Die französische Großstadt Clermont-Ferrand verhängt während der Fußball-Weltmeisterschaft eine Ausgangssperre für Jugendliche unter 16 Jahren, um Ausschreitungen zu verhindern. Die Stadt wolle Sicherheitsmaßnahmen treffen, kündigte Bürgermeister Julien Bony gegenüber französischen Medien an. Als Auslöser nannten diese, dass es in der Stadt nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain Ende Mai sowie an dem darauffolgenden Wochenende zu Krawallen unter Beteiligung zahlreicher Jugendlicher gekommen war.

Die Ausgangssperre soll von 23 Uhr bis 7 Uhr morgens für Jugendliche ohne Begleitung durch einen Erwachsenen gelten. »Ich treffe diese Maßnahme nicht gern, aber ich tue es in voller Verantwortung. Es handelt sich in erster Linie um eine Schutzmaßnahme für die Jüngsten und um eine Maßnahme, die die Eltern in die Pflicht nimmt«, sagte der Bürgermeister.»Minderjährige haben zu dieser Uhrzeit nichts auf der Straße zu suchen. Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass Horden von Minderjährigen unsere Ordnungskräfte oder die Terrassen der Gastronomen angreifen«, sagte Bony. »Wir werden das nicht tolerieren. Das ist der Sinn dieses Erlasses.«

Kein Public ViewingUm Ausschreitungen im Umfeld der Fußball-WM zu verhindern, untersagte Clermont-Ferrand auch sämtliche Übertragungen der Spiele im Freien, etwa im Außenbereich von Gaststätten. Public Viewing-Veranstaltungen würden nicht genehmigt. Selbst dann nicht, wenn Frankreich das Finale erreiche, hieß es.Zuletzt hatte es nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain in vielen Großstädten Frankreichs Ausschreitungen gegeben – darunter auch in Clermont-Ferrand. Hinter den landesweiten Krawallen vermuten die Behörden andere Täter, abseits der eigentlichen Fußballfans. Landesweit gab es knapp 900 Festnahmen.