Neue Schulen entstanden, Erweiterungsbauten wurden eröffnet, Sporthallen kamen hinzu – und trotzdem fehlten in Berlin immer mehr Schulplätze. Das lag nicht daran, dass zu wenig gebaut wurde, sondern daran, dass die Hauptstadt schneller wuchs als ihre Bildungsinfrastruktur. Nun meldet der Senat erstmals eine Trendwende: Das rechnerische Defizit schrumpft. Doch gelöst ist das Problem noch lange nicht.

Zum ersten Mal seit Beginn der Berliner Schulbauoffensive gelingt es dem Senat nach eigener Darstellung, das rechnerische Defizit an Schulplätzen zu verringern. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) sprach am Dienstag nach der Senatssitzung von einer Trendwende. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Berlin noch viele Jahre weiterbauen muss. Nach den aktuellen Prognosen werde die Hauptstadt bis in die 2030er-Jahre zusätzliche Schulplätze benötigen.

Bedarf wächst nicht schneller als gebaut wird

„Das erste Mal können wir darlegen, dass wir das rechnerische Defizit an Schulplätzen deutlich abbauen“, sagte Günther-Wünsch. Während im vergangenen Jahr rechnerisch noch 26.100 Schulplätze fehlten, liegt das Defizit nun bei 24.100 Plätzen. Rund 10.000 davon entfallen auf Grundschulen, die übrigen verteilen sich auf Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Dass die Zahl überhaupt sinkt, wertet die Bildungsverwaltung als Zäsur: Erstmals wächst der Bedarf nicht schneller als gebaut wird.