Betrugsfabriken in Kambodscha: Opfer werden ignoriert, sagt Amnesty International

Menschenrechtsbericht wirft Regierung in Phnom Penh wirkungslose Razzien gegen Zentren des Internetbetrugs vor. Diese weist die Kritik zurück.

Ein Polizist zeigt in Phnom Penh einem Journalisten die in einer sogenannten Betrugsfabrik sichergestellten Computer

Heng Sinith/ap/dpa

Das Vorgehen von Kambodschas Regierung gegen sogenannte Betrugszentren ist wegen Absprachen der Polizei mit deren Betreibern weitgehend wirkungslos. Zu diesem Ergebnis kommt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) in einem am Montag vorgelegten Bericht. Nur in 24 von 86 untersuchten Fällen hätten staatliche Stellen überhaupt eingegriffen. Aber in keinem Fall seien die dort zur Betrugsarbeit gezwungenen Personen angehört und als gar Opfer von Menschenhandel oder Versklavung anerkannt worden.