Die der CSU nahestehende Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) soll eine neue Führung bekommen. Wie die F.A.Z. aus Parteikreisen erfuhr, wird der schwäbische Europa-Abgeordnete Markus Ferber (CSU), der seit 2020 an der Spitze der Stiftung steht, sein Amt abgeben. Übernehmen soll der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, der seit Langem eng mit der Stiftung verbunden ist. So war er früher Referent für journalistische Nachwuchsförderung bei der HSS. Der Vorsitzende des Bezirksverbands Schwaben soll auch weiterhin die Landtagsfraktion führen.Dem Vernehmen nach wollte Parteichef Markus Söder eine Neubelebung der Stiftung, mit deren Arbeit intern wie extern Unzufriedenheit herrschte. Der Wechsel entspricht dem momentanen Bemühen des bayerischen Ministerpräsidenten, in seiner Politik ernsthafter zu werden. Ziel war und ist es, die Stiftung zu einem agilen Thinktank auszubauen; dies ist Ferber offenbar nicht gelungen. Auch wird ihm zur Last gelegt, dass er das Wirkungsfeld der Stiftung eher eingeengt statt in die Partei und Gesellschaft hinein erweitert habe.Ein weiterer Grund für die Beförderung Holetscheks könnte sein, dass Söder diesen noch enger an sich binden möchte. Zuletzt fiel Holetscheks Name häufiger, wenn es um mögliche Alternativen zu Söder ging. Manche in der Partei könnten ihn sich als künftigen Ministerpräsidenten vorstellen.Am 19. Juni steht die Mitgliederversammlung der HSS an, samt Vorstandswahlen. Holetschek hat grundsätzlich sein Interesse an dem Amt signalisiert und sich zum Thinktank-Ziel bekannt, wollte sich aber mit Blick auf das ausstehende Votum noch nicht weiter äußern.
Klaus Holetschek soll Hanns-Seidel-Stiftung leiten
Nach dem Willen von CSU-Chef Markus Söder soll Klaus Holetschek die Führung der Hanns-Seidel-Stiftung übernehmen – und sie zum Thinktank ausbauen.







