Ab Donnerstag, 11. Juni, um 11 Uhr verwandelt sich die Messe Berlin zum zehnten Mal in das Zentrum der europäischen Cannabis-Welt. Was 2016 als Szene-Festival begann, ist heute Europas größte Cannabis-Veranstaltung: von 8000 auf 75.000 Besucher, von 90 auf 700 Aussteller. Die Ausstellungsfläche wächst auf 87.000 Quadratmeter. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem dreitägigen Festival auf dem nochmals erweiterten Messeareal: Headliner Marteria, Sido und Boxlegende Mike Tyson stehen auf der Bühne. Mitgründerin Nhung Nguyen verspricht ein Spektakel – und verrät ihr Erfolgsgeheimnis.
„Jeder hat das Recht auf Rausch“
„Vor zehn Jahren war Cannabis für viele ein Tabuthema und die Mary Jane Treffpunkt für eine überschaubare Szene. Heute sind wir die größte privatorganisierte Messe Berlins und wachsen rasant weiter“, sagt Mitgründerin Nhung Nguyen. Bemerkenswert: Sie selbst konsumiert kein Cannabis. Das Erfolgsgeheimnis sieht sie woanders, nämlich in der Vielfalt ihres Teams: „Wir sind ein junges, visionäres Team aus unterschiedlichsten Menschen. Jeder hat einen anderen Bezug zum Thema Cannabis, und das ist uns wichtig.“ Nguyen betont dabei vor allem gesundheitliche Aspekte des Konsums. In einer Welt, die zunehmend stresse und überfordere, habe jeder das Recht auf Rausch und Entspannung. Die von Kritikern befürchteten negativen Folgen der Legalisierung seien ohnehin nicht eingetreten: Cannabis sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.Mit dem Wachstum verbindet Nguyen konkrete Qualitätsforderungen. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 200 Tonnen medizinisches Cannabis nach Deutschland importiert. Die Nachfrage steigt und die Standards sollen mithalten: „Ähnlich wie bei deutschem Bier bin ich für ein Cannabis-Reinheitsgebot. Cannabis-Produkte made in Germany müssen international für Qualität stehen.“ Auf dem Gelände gilt das Motto „Cannabis first“: Rauchen in den Hallen verboten, Alkohol ausgeschlossen, Einlass ab 18 Jahren.












