Es war ein kleiner Gegenstand mit großer Wirkung. Ein Plastik-Feuerzeug, kaum 20 Gramm schwer, veränderte den Verlauf eines Bundesliga-Spiels – und beschäftigte fast anderthalb Jahre später noch einmal die Justiz. Am Dienstag fiel vor dem Amtsgericht Moabit das Urteil gegen Marc P. (28). Der Anlagenmechaniker aus Rudow wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich darf er zwei Jahre lang keine Spiele besuchen.
Feuerzeug-Wurf sorgt für viele Fragen
Der Fall beginnt am 14. Dezember 2024 im Stadion An der Alten Försterei. Der 1. FC Union Berlin empfängt den VfL Bochum, es ist der 14. Spieltag der Saison. 22.012 Zuschauer verfolgen eine Partie, die auf ein Unentschieden hinausläuft. Es läuft die 92. Minute, 1:1 steht es zu diesem Zeitpunkt zwischen zwei Mannschaften, die im Abstiegskampf zu diesem Zeitpunkt direkte Konkurrenten sind. Ein Punkt hilft Union damals mehr als Bochum und dennoch lässt sich Torhüter Patrick Drewes (damals 33) bei der Ausführung eines Freistoßes in der eigenen Hälfte viel Zeit. Das sorgt für laut hörbaren Frust bei den Heimfans.Doch es folgt noch mehr: Plötzlich fliegt ein Gegenstand aus dem Union-Block – ein Feuerzeug. Aus rund 20 Metern Entfernung trifft es den Bochumer Keeper am Kopf. Drewes greift sich sofort an die getroffene Stelle, bleibt aber erst einmal stehen. Erst nach kurzem Austausch mit einem Mitspieler geht er in die Knie, bleibt danach am Boden liegen. Wenig später wird er von Betreuern vom Platz geführt.







