Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen in der Nacht von Sonntag auf Montag versucht eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) und des Staatsschutzzentrums, die Hintergründe der Tat aufzuklären und Informationen über mutmaßliche Täter zu sammeln. Für ein vorsätzliches Vorgehen gibt es bislang nur Indizien: Der Zaun des Umspannwerks wies nach dem Brand eindeutige Beschädigungen auf. Nach Darstellung des LKA sollen auf dem Gelände auch Hilfsmittel zur Brandbeschleunigung eingesetzt worden sein.Verkohlte Kabel auf dem BodendpaOb die Tat von einem Einzeltäter verübt wurde oder möglicherweise von einer linksextremistischen Gruppierung oder einem ausländischen Dienst gesteuert wurde, muss nun ermittelt werden. Ein Bekennerschreiben liegt bislang nicht vor. In Reutlingen gibt es nur eine überschaubare und kleine militante linksextremistische Szene, anders sieht es in der 16 Kilometer entfernten Universitätsstadt Tübingen aus.Özdemir: „Wir werden von innen angegriffen“Landesinnenminister Manuel Hagel (CDU) hatte in der Kabinettssitzung über den Vorfall, die Hilfsmaßnahmen und den Stand der Ermittlungen berichtet. Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sagte, als Politiker sei man klug beraten, die Polizei die Ermittlungsarbeiten machen zu lassen, bevor man Schlussfolgerungen aus dem Brand in dem Reutlinger Umspannwerk ziehe.„Wir werden von innen angegriffen und möglicherweise bedroht, Ziel der Täter ist es offenbar, dass der Ausfall von Netzinfrastruktur zu Versorgungsausfällen führt“, sagte Özdemir. Auf diese Lage passe man die Infrastruktur des Landes an. „Ein hundertprozentiger Schutz des Stromnetzes ist angesichts der Weitläufigkeit der Infrastruktur aber nicht zu gewährleisten“, so der Ministerpräsident. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) äußerte, es gebe „Indizien“ dafür, dass es sich um einen Brandanschlag handle; er stellte dabei eine Verbindung zur linken Szene her.In Reutlingen und in den Teilorten funktionierte die Stromversorgung von Dienstagmorgen an wieder. Auch in der Gemeinde Wannweil und der Kleinstadt Kirchentellinsfurt wurden die Haushalte wieder zuverlässig mit Strom versorgt; nur im Industriegebiet „Mark West“ gab es noch Versorgungsengpässe. Der Landtagsabgeordnete Max Menton (CDU) sagte der F.A.Z., die Beschädigung des Zauns am Umspannwerk zeige ein vorsätzliches Vorgehen. Die Aktivitäten von militanten Linksextremisten in der Region seien sehr schwer einzuschätzen.
Ermittler gehen von Brandanschlag in Reutlingen aus
Nach dem Stromausfall in Reutlingen gehen Ermittler von Brandstiftung aus. Doch ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht.










