Es ist eine Entwicklung, die sich bereits vor Jahren angedeutet hat: Während der Umsatz von Zeiss mit Halbleiter- und EUV-Technik wächst, läuft das Geschäft in den anderen Geschäftssparten Brillengläser, Medizintechnik sowie Mikroskopie und Messtechnik mäßig bis schlecht. Zeiss-Chef Andreas Pecher konstatiert zur Vorstellung der Halbjahreszahlen am Dienstag eine „seit mehreren Jahren abnehmende Dynamik“ in diesen Bereichen und eine „damit verbundene starke Abhängigkeit vom Halbleitergeschäft“. Vor allem aber sieht Pecher die „in den in starken Wachstumsjahren aufgebauten Strukturen, die nicht mehr überall effizient sind“, als Problem.Gegensteuern will Zeiss nun mit einem Sparprogramm. Welches Volumen das Programm genau hat und wie viele Stellen gestrichen werden, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der F.A.Z. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024/25 will das Unternehmen nach eigenen Angaben auf ein Einsparvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro jährlich kommen. „Nach Jahren des starken Wachstums kommt es nun insbesondere auf die Optimierung der Kostenstrukturen an, um auch weiterhin die Mittel für Zukunftsinvestitionen zu generieren“, sagte Zeiss-Finanzchef Stefan Müller. In den vergangenen acht Jahren stieg die Zahl der Zeiss-Mitarbeiter um fast 20.000 auf 47.400.Maßnahmen sollen mit Arbeitnehmern ausgehandelt werdenZiel sei, die Voraussetzungen für die Rückkehr zu nachhaltigem und profitablem Wachstum zu schaffen. Die konkreten Maßnahmen sollen in den nächsten Monaten in engem und konstruktivem Austausch zwischen Vorstand, Management und den Arbeitnehmervertretungen erarbeitet werden. „Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus, bevor uns die Umstände zum Handeln zwingen. Als Unternehmen in Stiftungseigentum tragen wir Verantwortung für den langfristigen Erfolg von Zeiss, für diese und für nachfolgende Generationen“, sagte Pecher.Umsatzstärkste Sparte ist weiterhin klar das Halbleiter- und EUV-Geschäft. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 um sechs Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Grundlage ist die sogenannte EUV-Lithographie, die Zeiss gemeinsam mit dem Laserspezialisten Trumpf und dem niederländischen Maschinenhersteller ASML entwickelt hat. Zeiss stellt bei dem Verfahren die Optiken her für Laser von Trumpf, mit denen Maschinen von ASML Wafer belichten. Das sind runde, dünne Siliziumscheiben, die im Anschluss an die Belichtung in einzelne Computerchips zerlegt werden.In der Mikroskopie und Messtechnik sank der Umsatz um drei Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, während die Erlöse in der Medizintechnik um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurückgingen. Im Geschäftsbereich Brillengläser und Ferngläser steigerte Zeiss den Umsatz um ein Prozent auf 782 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebit) stieg deutlich um 33 Prozent auf nun 955 Millionen Euro.
Zeiss plant Stellenabbau
Weil das Geschäft in allen Sparten mit Ausnahme des Halbleitergeschäfts stagniert oder schrumpft, kündigt Zeiss ein Sparprogramm an. Wie viele Arbeitsplätze der Konzern streicht, steht noch nicht fest.






