Wirtschaftsforscher drängen auf einen Strafzoll für Geschäfte zwischen der EU und Russland. Mit den Einnahmen solle die Ukraine unterstützt werden, teilte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mit. So erhöhe man den Druck auf die Regierung in Moskau. Ein solcher »Ukraine-Unterstützungszoll« könne jährlich zwischen elf und 16 Milliarden Euro einbringen.»Solange Handel mit Russland stattfindet, sollte Europa ihn zur Unterstützung der Ukraine nutzen«, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Handelspolitik am IfW, Julian Hinz. Vorgeschlagen wird, diesen Handel mit Zollsätzen ​von 30 bis 50 Prozent zu belasten. Ein Importzoll auf EU-Einfuhren aus Russland könne mit einer ⁠Abgabe auf EU-Exporte ⁠nach Russland ergänzt werden. Im vergangenen Jahr belief sich der Handel zwischen der EU und Russland auf 57,2 Milliarden Euro. Hintergrund der Entwicklung ist, dass die EU zwar seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine inzwischen 20 Sanktionspakete gegen Russland verhängt hat, aber kein generelles Handelsembargo gegen Russland verhängt hat.Die Einnahmen aus einem Russland-Zoll könnten zur Finanzierung der ​militärischen Verteidigung, des Wiederaufbaus ‌und für humanitäre Hilfe in der Ukraine beitragen, schlägt das IfW vor. Die EU könnte damit ihre bisherigen Hilfszusagen von ‌durchschnittlich rund 70 Milliarden Euro pro Jahr spürbar ausweiten. »Die Politik bekäme damit ein flexibles Instrument an die Hand«, sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. »Die Zollsätze könnten beispielsweise im ‌Rahmen einer Verhandlungslösung wieder sinken.«