Deutscher Sachbuchpreis: Ausgezeichnetes Auslaufmodell
Der Deutsche Sachbuchpreis geht an Konstantin Richter und seine „Dreihundert Männer“. Er schreibt über Kapitänstypen, die westdeutschen Wohlstand begründeten.
Mover und shaker: Der Krupp-Generalbevollmächtigte Berthold Beitz (M.) 1958 bei seiner Ankunft auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo
Hier zu sitzen, fühlt sich an wie der Aufenthalt in der Gebärmutter oder im Magen eines sehr großen Aliens. Das liegt an der organischen Form der Wände und ihrer rötlichen Tönung. Im Kleinen Saal der Hamburger Elbphilharmonie wurde am Montagabend vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels der Deutsche Sachbuchpreis vergeben. Konstantin Richter war der Glückliche, der nach einer knappen Stunde den Preis zugesprochen bekam für sein Buch „Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG“.
In einer Fülle von Vignetten beschreibt Richter darin jenes Netzwerk aus Unternehmern, Bankiers, Managern und Lobbyisten, das mit der frühen Industrialisierung entstand. Walther Rathenau hatte an Sparta gedacht, als er zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb, dass dreihundert deutsche Männer die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents bestimmten.










