Ameisen aus Afrika sind stark nachgefragt. Die ökologischen und ökonomischen Folgen des Online-Handels mit den Tieren sind bereits spürbar – auch in Deutschland.
G race Nakato spaziert mit ihren achtjährigen Zwillingen durch den Botanischen Garten am Ufer des Victoriasees in Uganda. Am Sonntagnachmittag herrscht hier reges Treiben: Familien picknicken, Kinder spielen, Affen klettern in den Bäumen.
Es gibt viel zu entdecken. „Mami, was ist das denn?“, fragt eines der Mädchen und hält einen morschen Klumpen hoch, der unweit eines Baumes im Gras lag. „Das ist ein Stück von einem Ameisenhaufen“, erklärt die 36-jährige Mutter und zeigt auf einen Baum: Rund um den Stamm türmt sich ein gewaltiger Ameisenhügel, größer als Nakato selbst. „Die Ameisen suchen sich einen Baum aus, der bald abstirbt, sie können das riechen oder spüren“, erläutert Nakato und nährt sich dem gewaltigen löchrigen Haufen: „Sie bauen sich darin ihr Nest und leben hier unter der Erde. Ist das nicht erstaunlich?“
Die Zwillinge nicken und blicken vorsichtig in die Löcher: Fast zwei Zentimeter große Ameisen krabbeln heraus. Sie haben schwarze Körper, rote Köpfe und einige rote Flecken am Rücken. Sie sind so groß, dass man selbst ihre behaarten Beine und die Kieferwerkzeuge gut erkennt. Zu Hunderten durchstreifen sie das Gras auf Nahrungssuche. Nakato dreht sich, zeigt ihren Mädchen weitere Ameisenhügel, etwa hundert Meter entfernt. „Manche unterirdischen Nester sind größer als ein Fußballfeld, darin leben Millionen von Ameisen.“








