Während der FC Bayern München nach seinem klaren 3:0-Erfolg in der Halbfinalserie gegen die Telekom Baskets Bonn im Regenerationsmodus auf seinen Endspielkonkurrenten warten kann, müssen Alba Berlin und die BMA 365 Bamberg Baskets an ihre Grenzen gehen, um den Herausforderer des Titelverteidigers in der Basketball-Bundesliga zu ermitteln.Nachdem die Berliner ihre beiden Heimspiele souverän hatten gewinnen können, sprach vieles dafür, dass sie in Bamberg den einen noch nötigen Sieg für den Finaleinzug schaffen würden. Doch es kam anders.Leidenschaftliche VorstellungDie Oberfranken, die mit dem offiziell kleinsten Spieleretat der Liga schon völlig überraschend den Pokal gewonnen hatten, machten die beiden schwächeren Auftritte in der Hauptstadt vergessen und unterstrichen mit leidenschaftlichen Vorstellungen vor heimischem Publikum, warum sie vor den beiden Play-off-Niederlagen in Berlin 15 von 16 Begegnungen gewonnen hatten.Dem 81:73-Sieg am Donnerstag folgte ein 81:67-Erfolg am Samstag. So muss die Entscheidung an diesem Dienstag in der Max-Schmeling-Halle fallen. Die Berliner genießen in diesem fünften Spiel wieder den Heimvorteil, aber die Resilienz der Bamberger hat den Charakter dieser Serie verändert.Nach zwei dominanten Siegen in der Hauptstadt waren die Chancen der Albatrosse vor der dritten Partie groß, mit einem 3:0 ins Finale einzuziehen. Mit EJ Onu musste bei Bamberg der defensive Anker des Teams verletzungsbedingt passen, aber die Oberfranken fingen diesen Ausfall mit einer galligen Verteidigung auf den Außenpositionen auf.Vor allem die Berliner Spielmacher Martin Hermannsson, der beim Pokalfinale in München im Februar noch verletzt hatte zuschauen müssen, und Jack Kayil zeigten sich anfällig gegen den Druck und waren nicht in der Lage, einen offensiven Rhythmus zu kreieren. Dabei wurde die Besetzung dieser Schlüsselposition im Vorfeld der Serie als Vorteil des Hauptrundenzweiten gesehen, was sich in den ersten beiden Spielen auch bestätigt hatte.Cleverer SchachzugAber in Bamberg dominierte Cobe Williams mit seinem Tempo und profitierte dabei auch von einem klugen Schachzug seines Coachs Anton Gavel. Der 41-Jährige, der weiterhin als heißer Kandidat für den frei werdenden Trainerposten bei den Bayern gehandelt wird, entlastete den Amerikaner im Ballvortrag, indem er immer den Akteur damit beauftragte, der den wenigsten Druck seines Gegenspielers zu erwarten hatte.So war es oft Power Forward Demarcus Demonia, der das Spielgerät nach vorne brachte, während auf der Gegenseite Hermannsson und Kayil gegen die aggressiven Bamberger Verteidiger viel Energie ließen.Albas VerunsicherungDas vierte Spiel am Sonntag war mehr oder weniger eine Blaupause des dritten, wobei Onu bei Bamberg zurückkehrte. Ein großes Manko war die Dreierquote der Berliner, die sich von Begegnung zu Begegnung verschlechterte, weil die defensiven Rotationen der Oberfranken immer härter und genauer wurden. So trafen die Berliner in der Auftaktpartie noch 43,2 Prozent von jenseits der 6,75 Meter, im zweiten Heimspiel 33,3 Prozent und in Bamberg nur noch 24,1 und 20,7 Prozent. Kayil gelang bei zwölf Versuchen in der Brose Arena kein einziger Treffer.Wie groß die Berliner Verunsicherung vor allem am Sonntag war, unterstreicht auch die Freiwurfquote von 50 Prozent. Zudem gewannen die Bamberger als zweitschlechteste Rebound-Mannschaft der Liga im siebten Saisonvergleich mit Berlin erstmals das Duell um die zweiten Wurfgelegenheiten und erspielten sich mehr Möglichkeiten zum Schnellangriff.Auch die zweite Garde packt anLediglich der nachverpflichtete Michael Rataj konnte bei den Berlinern Akzente setzen, die nur selten eine gute Ballbewegung initiieren konnten. Bei Bamberg hingegen steigerten sich Schlüsselspieler wie Williams, Ibi Watson und Austin Crowley im Vergleich zu ihren vorherigen Auftritten. Demonia lieferte die spektakulären Aktionen, die das Publikum involvierten, und die zweite Garde erledigte unauffällig und effektiv ihre Aufgaben.Die fünfte Partie stellt das Ende eines Abnutzungskampfes dar, dessen Profiteur die Münchner sein dürften, die in der Finalserie auf einen mutmaßlich ausgelaugten Kontrahenten treffen werden.Berlin genießt in dieser entscheidenden Partie wieder den Heimvorteil, aber Bamberg hat in den vergangenen Begegnungen viel Selbstvertrauen aufgebaut, hat andererseits durch die intensive Verteidigung auch Kräfte gelassen. Allerdings mussten die Berliner bereits in ihrer Viertelfinalserie gegen Vechta über die volle Distanz gehen, sodass sie bereits neun Play-off-Duelle in den Beinen haben.
Basketball: Bamberg und Alba Berlin reiben sich auf – München wartet
Bamberg beweist, dass der Pokalsieg kein Zufall war. Nun erzwingt das Team ein fünftes Halbfinalspiel in Berlin, während die Bayern das Finale bereits sicher haben. Hält Alba dem Druck stand?












