Die Anzahl politisch motivierter Straftaten erreicht in Deutschland ein RekordhochStark zugenommen haben vor allem linke Gewaltakte.09.06.2026, 11.19 Uhr2 LeseminutenRund die Hälfte der politischen Straftaten ist in Deutschland weiterhin rechtsmotiviert. Doch auch linke Straftaten nehmen zu.Illustration Ida Götz / NZZboh. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland so viele politisch motivierte Straftaten registriert wie nie zuvor. Dies geht aus der neuen Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 85 837 politisch motivierte Straftaten begangen. Im Vergleich zu 2024 bedeutet das einen Anstieg von rund zwei Prozent.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Hälfte der Straftaten ging laut Statistik von politisch rechtsmotivierten Tätern aus. Eine starke Zunahme ist aber auf der anderen Seite des politischen Spektrums sichtbar: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 13 490 linksmotivierte Straftaten registriert – ein neuer Höchststand. Damit gingen 16 Prozent der Straftaten von links aus, zwei Prozent waren religiös motiviert, 8 Prozent der Verbrechen sind «ausländischer Ideologie» zuzuschreiben.Mehr linke GewaltPolitisch motivierte Straftaten schliessen verschiedene Gesetzesübertretungen wie Sabotage, Spionage oder Agitation ein. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf Gewalttaten gelegt. 2025 verzeichnete das Kriminalamt insgesamt 4156 politisch motivierte Gewalttaten. Dabei handelte es sich um die höchste Anzahl seit neun Jahren. Besonders deutlich nahmen dabei linke Gewalttaten zu – um rund 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.Die ganz grosse Mehrheit der linksmotivierten Delikte stand laut BKA 2025 im thematischen Kontext von Antifaschismus und der Agitation gegen rechts. 93 Prozent aller Delikte wurden bei der statistischen Erfassung dem Themenfeld «Konfrontation / Politische Einstellung» zugeordnet. Ein zweiter wesentlicher thematischer Zusammenhang war die Agitation gegen den Staat und die Polizei.Auch einzelne schwere Straftaten wie die Brandanschläge auf zwei Strommasten in Berlin im September 2025 machen das «erhebliche Gefährdungspotenzial» gewaltorientierter linker Tätergruppen deutlich, wie das BKA festhält.Zunahme an Hass-VerbrechenEinen weiteren traurigen Rekord erreichte die Anzahl antisemitischer Straftaten. Insgesamt wurden 6548 Delikte in diesem Bereich registriert – ein Anstieg um 5 Prozent. Fast die Hälfte aller antisemitischen Straftaten stand im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, wie das BKA schreibt. Besonders stark stiegen die Fallzahlen im Bereich «ausländische Ideologie»; dies sind Straftaten, für die eine aus dem Ausland stammende, nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war.Stark zugenommen haben auch Straftaten, die sich gegen queere Personen oder Frauen richten. Das BKA beobachtet insbesondere eine zunehmende Mobilisierung rechtsextremistischer Gruppierungen gegen die queere Community, da diese Werte symbolisiere, die «einem rassistischen und nationalistischen Weltbild» entgegenstehen. Für die Zunahme von frauenfeindlichen Straftaten seien insbesondere soziale Netzwerke und extremistische Online-Foren entscheidend.Aufgrund der geopolitischen Lage verschärft sich in Deutschland zudem die Sicherheitslage durch hybride Bedrohungen. Vor allem Spionage und Sabotage sowie staatsterroristische Aktivitäten stellen laut dem Bundeskriminalamt eine wachsende Gefahr für Staat, Wirtschaft und kritische Infrastrukturen dar. Die Zahl der registrierten Delikte im Bereich Spionage stieg im Jahr 2025 drastisch an: Mit insgesamt 474 erfassten Fällen wurde gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 558 Prozent verzeichnet.Passend zum Artikel
Rekordhoch: Politisch motivierte Straftaten in Deutschland nehmen drastisch zu
Stark zugenommen haben vor allem linke Gewaltakte.











