Für die Finanzierung der KI-Chips wurde laut „FT“ eigens eine Gesellschaft gegründet. Diese kauft die Hardware und stellt sie Anthropic gegen regelmäßige Leasingzahlungen zur Verfügung. Das Geld für den Kauf der Chips stammt von Banken und Investoren, die im Gegenzug Anspruch auf die künftigen Zahlungen erhalten. Deals wie diese sind im privaten Kreditmarkt weit verbreitet.Die Finanzierung ist nach Risikostufen aufgebaut. Der größte Teil des Kapitals wurde von Banken und institutionellen Investoren bereitgestellt und zusätzlich durch Broadcom abgesichert. Sollte Anthropic seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, würde der Chiphersteller einspringen. Dadurch tragen die Geldgeber ein vergleichsweise geringes Risiko und akzeptieren niedrigere Zinsen. Eine niedrigere Finanzierungsstufe kommt ohne diese Absicherung aus. Die Investoren sind dort stärker von der Zahlungsfähigkeit Anthropics abhängig und erhalten deshalb eine höhere Rendite.

Laut Insidern gibt es auch Skeptiker unter den Investoren. Einige würden davor zurückschrecken, Kapital bereitzustellen, ohne vor einem möglichen Börsengang Einblick in die Geschäftszahlen von Anthropic zu erhalten, so die „FT“. Kritik gebe es zudem an der Struktur des Deals, da die Mittel nur schrittweise abgerufen werden und Investoren dadurch zeitweise geringere Erträge erzielen. Broadcom sieht das Modell dennoch als Blaupause für weitere Finanzierungen dieser Art und kündigte an, künftig ähnliche Transaktionen zur Finanzierung von KI-Infrastruktur zu unterstützen.