Es gibt Klischees, die sind so unverwüstlich wie Titan. Dazu gehört, gerne auch am äußerst rechten Rand, die Bezeichnung präziser und hauptsächlich digitaler journalistischer Arbeit als „Redaktionsstuben“, als säßen da Schlafmützenträger in überhitzten Kämmerchen. Und die Verbindung der Begriffe „staubig“ und „Archiv“. Als bestünden Sammlungen historischer und gegenwärtiger Dokumente aus dubiosen Kartons auf einem Dachboden voller Spinnweben und Mäusekot.Man kann an solchen Orten durchaus Archivwürdiges finden. Aber gut gepflegte Archive sind Orte der buchstäblichen Sammlung, der äußeren wie der inneren. Sie harren derer, die fragen. Und, das ist wie bei Parzival, es sollte dann auch bitte die richtige Frage sein. Wobei auch das interesselose Herumsuchen außerordentlich befriedigend sein kann. Dafür haben sehr viele große Archive längst Schauseiten, Ausstellungsräume, Museen, Lesungen und Aktionstage. Wer täglich mit ausgezeichnet aufbereitetem Archivmaterial arbeitet, ein Glück, das der F.A.Z. mit ihrem Archiv widerfährt, weiß, dass es darin nicht nur die Sensationsfunde gibt. Sondern vor allem das Rückgrat des Erinnerns und Dokumente, die sich immer wieder neu befragen lassen.Der Internationale Tag der Archive und die Archivwoche bis 12. Juni erinnern in diesem Jahr daran, dass Archive als die Gedächtnisse einer Gesellschaft auch für Gerechtigkeit sorgen können. Selbst wenn man dafür oft einen langen Atem haben muss. Politischen Kräften, die Archive und ihre Arbeit beschränken, muss man daher immer misstrauen. Nicht nur in der Woche der Archive.
Gedächtnis der Welt: Lob der Archive zum Welttag
Die Internationale Archivwoche erinnert uns daran, wie wichtig die Dokumente der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft sind. Zeit, einem Archiv in der Nähe einen Besuch abzustatten.






