Mit der Auswahl von möglichen Geschworenen hat vor einem Bundesgericht in Los Angeles am Montag der Strafprozess gegen einen mutmaßlichen Brandstifter begonnen, der für einen der verheerendsten Flächenbrände in Südkalifornien verantwortlich sein soll. Die Bundesstaatsanwaltschaft wirft dem 30 Jahre alten Jonathan R. vor, in den Hügeln des Stadtteils Pacific Palisades Anfang 2025 „böswillig“ ein Feuer gelegt zu haben. Laut Anklage wurde das sogenannte Lachman Fire damals zwar gelöscht. Bei starken Windböen und Trockenheit sollen sich die Funken einige Tage später aber abermals ausgebreitet haben.Das „Palisades Fire“ hatte sich am 7. Januar 2025 innerhalb weniger Stunden von den Santa Monica Mountains durch Pacific Palisades, den Topanga Canyon und den Osten des benachbarten Küstenortes Malibu gefressen. In den folgenden Wochen breiteten sich die Flammen über etwa 95 Quadratkilometer aus. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben. Mehr als 6500 Wohnhäuser und Scheunen wurden zerstört. Der Bezirk Los Angeles errechnete einen Schaden in Höhe von mehr als 25 Milliarden Dollar.R. soll über Reiche schwadroniert habenBei der Suche nach der Brandursache gingen die Ermittler damals einigen hundert Hinweisen nach, befragten Anwohner und sammelten mehr als 13.000 mögliche Beweise wie DNA, verkohltes Material und digitale Daten. „Sämtliche Beweisstücke zeigten eindeutig, dass das Palisades-Feuer durch das Lachman-Feuer entstand“, sagte Kenny Cooper, ein Ermittler der Behörde für Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff (ATF), dem Sender ABC. Auf die Spur des mutmaßlichen Brandstifters kamen Cooper und seine Kollegen schließlich durch die Auswertung von Notrufen. R., der damals als Chauffeur beim Fahrdienst Uber arbeitete, hatte wiederholt bei der Feuerwehr angerufen, um das Lachman-Feuer zu melden.Jonathan R. nach seiner Festnahme im OktoberReutersIn dem Wagen des Dreißigjährigen fanden die Ermittler später ein Feuerzeug. Auf seinem Computer entdeckten sie zudem mit Künstlicher Intelligenz produzierte Videos von Bränden. Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Brandstifters im Oktober 2025 sprach der Bundesstaatsanwalt Bill Essayli von Szenarien einer „brennenden dystopischen Stadt mit Menschen auf der Flucht“, die sich R. ausgemalt hatte. Fahrgäste sagten damals aus, R. habe vor dem Ausbruch des Lachman-Feuers über „Reiche“ schwadroniert, die sich durch Geld Spaß erkauften. Wie Topanga und Malibu gehört Pacific Palisades zu den wohlhabenden Gegenden Südkaliforniens. Auch beschwerte er sich angeblich, Silvester nach der Trennung von seiner Freundin allein verbracht zu haben.Feuerwehrmann: Löscharbeiten auf Anordnung eingestelltDie Verteidigung warf der Anklage derweil vor, R. zum Sündenbock zu machen, um von einem Versagen der Einsatzkräfte abzulenken. Bei einer Zivilklage von Bewohnern der Palisades gegen die Stadt Los Angeles hatte ein Feuerwehrmann zu Protokoll gegeben, die Löscharbeiten des Lachman-Feuers am 1. Januar 2025 auf Anordnung eingestellt zu haben, obwohl weiterhin sogenannte Hotspots glühten. Die Vorsitzende Richterin Anne Hwang ließ aber schon vor Prozessbeginn wissen, keine Zeugenaussagen zu angeblicher Fahrlässigkeit der Feuerwehr zuzulassen. Für das Verfahren gegen den mutmaßlichen Brandstifter spiele das Vorgehen der Einsatzkräfte keine Rolle. Zudem könne es die Geschworenen verwirren.Der Verteidiger Steve Haney verwies dagegen auf mangelnde Beweise für die Schuld seines Mandanten. Bislang habe die Anklage nicht zweifelsfrei belegt, dass das Palisades-Feuer auf Hotspots des Lachman-Feuers zurückgehe. Bewohner hätten zudem von Feuerwerk in den Hügeln oberhalb von Pacific Palisades berichtet. Nach einer Anklage zu Brandstiftung, der Zerstörung von Eigentum durch Feuer und Anzünden von Buschwerk drohen R. bei dem für die kommenden zwei Wochen geplanten Strafprozess bis zu 45 Jahre Haft.
Jonathan R. vor Gericht: Hat er das Pacific-Palisades-Feuer gelegt?
Er soll für das verheerende Feuer im wohlhabenden Stadtteil Pacific Palisades verantwortlich sein: Der Prozess gegen Uber-Fahrer Jonathan R. hat in Kalifornien begonnen. Ihm drohen bis zu 45 Jahre Haft.













