Sie wollten »Unschuldige in großer Zahl töten«: Das Landgericht Bremen hat einen 35-jährigen Mann wegen eines geplanten Terroranschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter legen dem Angeklagten Verabredung zum Mord, Verabredung zur Herbeiführung einer Explosion und Terrorismus-Finanzierung zur Last. Sein psychisch kranker Komplize und Neffe sei nur eingeschränkt steuerungsfähig, entschied das Gericht. Der 20-Jährige wurde freigesprochen, muss jedoch in eine Psychiatrie. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Das Gericht zeigte sich davon überzeugt, dass die beiden Deutschen im vergangenen Sommer konkrete Anschlagspläne geschmiedet hatten. Sie wollten demnach mit Schusswaffen möglichst viele Menschen töten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe sich der 20-Jährige mit einer selbst gebastelten Sprengstoffweste in die Luft sprengen sollen. Als denkbares Ziel hätten sie eine Klinik ins Auge gefasst, eine öffentliche Großveranstaltung oder eine Synagoge in Bremerhaven.

Die Männer wollten die Sprengstoffweste bei der Mutter des 35-jährigen Angeklagten bauen, so das Gericht in der Urteilsbegründung. Die Frau bestellte drei Stoffe für einen Test in ihrer Küche. Am Ende durchkreuzten Beamte die Pläne. Sie stießen im Rahmen anderer Ermittlungen zufällig auf Chats zwischen den Männern und nahmen sie fest.Im Gerichtsprozess wurde auch die Biografie der beiden Angeklagten untersucht. Der 35-Jährige konvertierte demnach vor einigen Jahren zum Islam und radikalisierte sich. Als sein Neffe 14 Jahre alt war, soll er ihm zum ersten Mal Videos von Hinrichtungen des sogenannten Islamischen Staats (IS) gezeigt haben. Die Aufnahmen sollen die Zwangsgedanken und Tötungsfantasien des Jugendlichen verstärkt haben.