Die enorme Größe und Bedeutung des Komponisten Joseph Haydn, für seine Zeitgenossen keinem Zweifel unterworfen, ist der Zeit nach Beethoven nicht mehr in gleicher Weise selbstverständlich gewesen. Für Robert Schumann war er nur noch der „gewohnte Hausfreund, der immer gern und achtungsvoll empfangen wird; tieferes Interesse aber hat er für die Jetztzeit nicht mehr“. Es war mit Haydns Schüler Beethoven das titanische Subjekt der Kunst auf der Bildfläche erschienen, und die Produkte dieses Subjekts hatten stets etwas Inkommensurables, Überforderndes – aber Haydn hatte nichts davon.
Das Konzerthaus veranstaltete einen Tag für Haydn: Gegenmodell zum toxischen Genie
Justin Doyle sprang für die erkrankte Joana Mallwitz ein. Er zeigte, dass Haydn den Messetext mit überraschenden Akzenten subjektiv beleuchtet – wie Beethoven später.









