Die Filmsequenz auf Instagram geht gerade im Netz herum: Am Tisch eines Cafés am Potsdamer Platz sitzen ein Mann und zwei Frauen, vor ihnen stehen Kaffeebecher. Ein Kellner fordert die drei Gäste in englischer Sprache auf, zu gehen. Eine der beiden Frauen hat eine Israel-Fahne über der Schulter hängen. Mehrere Polizisten stehen daneben. „Nach anhaltenden Spannungen forderte der Cafébesitzer eine proisraelische Gruppe auf, den Bereich zu verlassen“, schreibt Ryad Aref, der in Berlin regelmäßig Palästina-Demos begleitet und auf Instagram 320.000 Follower hat.Der Eindruck: Aus dem Lokal am Potsdamer Platz wurde jemand wegen seiner proisraelischen Einstellung rausgeworfen. In den Kommentaren unter dem Posting hagelt es nun gegenseitige Beschimpfungen: „Ab sofort boykottieren“, schreibt etwa jemand in Bezug auf das Café. „Willkommen 1933 … diesmal nur mit anderem Gesicht“, schreibt ein anderer. Jemand hat eine Israel-Fahne gepostet, ein anderer eine Palästina-Fahne.
Ähnlich sieht es auf dem Instagram-Account des Cafés aus. „Vielen Dank für eure Haltung! Free Palestine“, heißt es da – versehen mit drei roten Herzen. „Nach dem antisemitischen Vorfall am Potsdamer Platz werde ich dafür sorgen, dass Menschen es erfahren und dahin nicht mehr gehen.“ Derweil lief das Geschäft am Montag weiter, der Bestelltresen war dicht umlagert. Von den Bediensteten dort wollte sich niemand äußern.






