Früher war die Welt auch gefährlich, aber übersichtlicher. Es gab Ost und West, links und rechts. Ost und West gibt’s noch, aber links und rechts sind in Auflösung. Das zeigt sich auch an der Auszeichnung, die am Mittwoch vom Zentralrat der Juden an Dieter Nuhr vergeben wird. Der setze „einen Kontrapunkt zu antisemitischen Narrativen in der deutschen Medienlandschaft“.Nuhr – Kabarettist, Autor, Fotograf, Weltreisender, Provokateur – gilt vielen Linken längst als rechtes Sprachrohr. Der Vorwurf: Seine Pointen bedienten gezielt „rechte Diskurse“, außerdem lasse er in seiner TV-Sendung gern Leute wie die Österreicherin Lisa Eckhart auftreten, die erst recht rechts sei.
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Dieter Nuhr: „Das Problem ist, dass man Linke und Nazis kaum noch unterscheiden kann“
Es gibt eine schlichte Gut-Böse-Einteilung: Böhmermann ist links, Nuhr ist rechts. Aber früher wurden doch nur Linke für den Kampf gegen Judenfeindlichkeit ausgezeichnet? Rechte waren doch immer Antisemiten, oder? Wie kann Nuhr dann den Leo-Baeck-Preis bekommen?
Die Welt ist komplizierter. Im berechtigten Kampf der Palästinenser für einen eigenen Staat stellen sich viele radikale Linke an die Seite islamistischer Terrorgruppen und gegen die „Kolonialmacht“ Israel. Die Kriege der ultraorthodoxen bis rechtsradikalen Regierung in Israel machen es leicht, diese zu verurteilen.












