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„Nahost-Krieg fordert Tribut“: Industrie mit unerwartet starkem Auftragsschwund Schwache Nachfrage wird zum Problem: Die Aufträge der deutschen Industrie sind im April deutlich stärker eingebrochen als ursprünglich erwartet.
08.06.2026 - 11:11 Uhr Dampf steigt aus den Schornsteinen der Holzwerke am Seehafen, während die aufgehende Sonne den Himmel orangerot einfärbt. Foto: Jens Büttner/dpaDie Aufträge der deutschen Industrie sind im April wegen der sinkenden Nachfrage infolge des Iran-Kriegs fast doppelt so stark eingebrochen wie erwartet. Das Neugeschäft fiel um 3,8 Prozent geringer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Dafür sorgte die schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern und in wichtigen Branchen wie dem Auto- und Maschinenbau. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es im März einen Zuwachs von revidiert 4,5 (bisher: plus 5,0) Prozent gegeben hatte.„Der Nahost-Krieg fordert seinen Tribut“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Der Einbruch sei zwar vor allem eine Gegenbewegung zum starken Anstieg im März, als im ersten Monat des Nahost-Kriegs viele Unternehmen Bestellungen aus Angst vor kriegsbedingten Lieferproblemen vorgezogen hatten.„Aber die Höhe des Minus bereitet Kopfschmerzen“, fügte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, hinzu. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) erklärt den Rückgang so: „Der Nahostkonflikt, die Preissteigerungen bei Öl und Gas sowie die einhergehende Unsicherheit dämpfen die Konjunktur der deutschen Industrie“, betonte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen.Der Einbruch von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima lässt keine rasche Erholung erwarten. „Vielmehr dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal etwas schrumpfen“, sagte Commerzbank-Experte Krämer. Im ersten Quartal hatte es noch zu einem Wachstum von 0,3 Prozent gereicht.Staatsfinanzen Was wollen uns diese beiden Herren eigentlich sagen? Die Bundesregierung verfügt über Geld im Überfluss – und hat doch immer zu wenig. Das sollte den Bürgern schleunigst mal jemand erklären. Ein Kommentar. Kommentar von Max HaerderDer aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage zufolge rechnet jeder dritte Industriebetrieb mit einer weiteren Verschlechterung der Lage. „Die Industriekonjunktur dürfte sich vor dem Hintergrund gestiegener Kosten und Unsicherheiten sowie zunehmender Lieferkettenengpässe in den kommenden Monaten weiter nur verhalten entwickeln“, so das Bundeswirtschaftsministerium.Kommt eine Rezession?Einige Experten halten sogar eine Rezession von Europas größter Volkswirtschaft für möglich – also mindestens zwei Quartale in Folge mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt. „Sollte es im Nahen Osten zu keiner Entspannung kommen, wäre eine technische Rezession in diesem Sommer nicht auszuschließen“, erklärten die Ökonomen von Deutsche Bank Research. Sie rechnen deshalb in diesem Jahr nur mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent – trotz der vielen Milliarden an staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Aufrüstung. „Immerhin dürfte in der zweiten Jahreshälfte der fiskalische Impuls, auch unterstützt durch das Infrastruktur-Zukunftsgesetz, zunehmend Schwung aufnehmen“, hieß es zugleich.Die Auslandsaufträge gaben im April um 4,2 Prozent nach. Dabei brachen die Bestellungen aus der Euro-Zone um 11,1 Prozent ein, während die aus dem übrigen Ausland um 0,8 Prozent zulegten. Die Inlandsaufträge sanken um 2,9 Prozent.Eine negative Entwicklung meldeten vor allem die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (-16,3 Prozent), die Maschinenbauer (-7,4 Prozent) unddie Automobilindustrie (-5,3 Prozent). Werden Großaufträge ausgeklammert, schrumpften die gesamten Bestellungen im April um 3,8 Prozent. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Februar bis April um 3,1 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor.Der am 28. Februar ausgebrochene Iran-Krieg zieht nicht nur die Ölpreise nach oben, sondern auch Lieferengpässe nach sich. Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Betriebe von Engpässen bei der Versorgung mit Vorprodukten, wie das Ifo-Institut per Umfrage herausfand. Im April lag der Anteil noch bei 13,8 Prozent. „Die Lieferketten bleiben angespannt“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.“ rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick Anzeige Gutscheine Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen Anzeige Weiterbildung Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick











