Florentino Pérez, 70, ist aus den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen von Real Madrid als Sieger hervorgegangen. Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag mitteilte, erhielt Pérez beim ersten Urnengang seit rund zwei Jahrzehnten knapp 21 700 oder 64 Prozent der Stimmen. Herausforderer Enrique Riquelme, ein 37-jähriger Tycoon aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien, landete mit etwa 11 900 Stimmen bei 35 Prozent. Nachdem er rund 400 Stimmen zugunsten von Pérez erfolgreich angefochten und weitere 600 Stimmen in Zweifel gezogen hatte, erkannte er den Wahlsieg von Pérez schließlich an.Riquelmes Ergebnis gilt als Achtungserfolg. „Florentino ist nicht mehr unantastbar“, kommentierte die Zeitung Sport aus Barcelona. Marca schrieb von einem „Weckruf“. Pérez, der nun vier weitere Jahre regieren kann, hatte die Neuwahlen Mitte Mai angesetzt, obwohl er erst im vergangenen Jahr – ohne Abstimmung, weil kein Gegenkandidat antrat – im Amt bestätigt worden war. Bis zum Mai war Riquelme der breiteren spanischen Öffentlichkeit unbekannt gewesen. Das hat sich fundamental geändert.Mit der Wahl von Pérez, der mit Ausnahme einer dreijährigen Unterbrechung seit Beginn des Jahrtausends regiert, bahnt sich auch die Rückkehr von José Mourinho nach Madrid an. Pérez hatte im Wahlkampf bestätigt, den bisherigen Trainer von Benfica Lissabon zu Real zurückholen zu wollen – und deponierte eine 15-Millionen-Euro-Ablösesumme für den portugiesischen Coach. Mourinho hatte schon von 2010 bis 2013 Real Madrid trainiert. Seine Aufgabe wird es sein, den Klub aus der sportlichen Krise zu führen. Real blickt auf zwei Spielzeiten ohne größeren Titel und mit insgesamt drei Trainern zurück.Will Real jetzt Michael Olise holen? Der FC Bayern blockt vorsorglich abNach der Ablösung des heutigen brasilianischen Nationaltrainers Carlo Ancelotti im Sommer 2025 holte Pérez den vormaligen Leverkusener Double-Sieger Xabi Alonso. Im Januar wurde der nun von Chelsea verpflichtete Baske durch den glücklosen Álvaro Arbeloa ersetzt. Während die Verpflichtung von Mourinho erwartet wird, sind die Transfers der Spieler Denzel Dumfries (Inter Mailand) und Ibrahima Konaté (FC Liverpool) bereit sicher.Die Frage ist, ob noch jemand kommt. Pérez hatte vergangene Woche angekündigt, nach seinem Wahlsieg ein Angebot über 150 Millionen Euro für einen namentlich nicht genannten Spitzenspieler vorlegen zu wollen. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um den FC-Bayern-Stürmer Michael Olise. Nach Angaben der Bild-Zeitung erklärte Bayern-Präsident Herbert Hainer den Franzosen für unverkäuflich. „Michael Olise ist ein Spieler des FC Bayern München, der noch einen langen Vertrag hat – und wir sind kein Verkäuferverein. Sollte uns Florentino Pérez ein Angebot schicken wollen – was bisher ja nicht der Fall ist –, kann er sich das sparen“, sagte Hainer.Unabhängig von den Personalien ist der Wahlsieg von Pérez strukturell von großer Bedeutung. Pérez hat angekündigt, fünf Prozent des Besitzes am Verein zu verkaufen – vorgeblich, um den Unternehmenswert zu bestimmen. Allerdings gilt die finanzielle Lage von Real Madrid durch die kreditfinanzierte, milliardenschwere Renovierung des Bernabéu-Stadions als so angespannt, dass Real Madrid offenbar dringend Einnahmen benötigt. Präsidentschaftskandidat Riquelme hatte im Wahlkampf erklärt, den Verkauf Real Madrids verhindern zu wollen.