Wer nach Feldheim fährt, sieht zuerst die Windräder. Dutzende sind es, sie drehen sich am Horizont über den weiten Ackerflächen des Flämings, etwa eine Autostunde südwestlich von Berlin. Der Ort selbst ist ein Straßendorf: hübsche Häuser, ein Spielplatz, ein Sportplatz mit Flutlichtanlage, eine Agrargenossenschaft.

Auf den ersten Blick ist Feldheim ein unscheinbares Dorf in Brandenburg. Auf den zweiten Blick jedoch ein Wallfahrtsort für Energiewende-Enthusiasten. Schon seit 2011 ist das Dorf energieautark und gilt als deutschlandweit erster Ort mit eigenständiger Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien. In Feldheim produzieren sie ihren eigenen Strom und Wärme. Zusätzlich haben sie ein eigenes Stromnetz. Und das rechnet sich: Über die hohen Energiepreise können die 120 Bewohner nur müde lächeln. Inzwischen ist das Dorf sogar zum Stromexporteur aufgestiegen. Wie ist den Feldheimern das nur gelungen?

Energiepreise spielen in Feldheim eine marginale Rolle

Während der durchschnittliche Haushalt in Deutschland laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Jahr 2026 rund 37 Cent pro Kilowattstunde bezahlt, kostet die gleiche Menge Strom in Feldheim weniger als ein Drittel. Selbst im europäischen Vergleich, in dem Deutschland laut Eurostat nur noch von Irland übertroffen wird, sticht Feldheim heraus: Es liegt preislich auf einem Niveau mit Ungarn, dem laut der Statistik derzeit günstigsten EU-Staat.