Die Sorge vor einer wachsenden sozialen Ungleichheit in Deutschland hat nach einer aktuellen Umfrage einen neuen Höchststand erreicht. 87 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Kluft zwischen Arm und Reich künftig größer wird. Das geht aus einer repräsentativen Befragung des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung hervor, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt.Nach Angaben des Instituts lag der entsprechende Wert im Jahr 2002 noch bei 27 Prozent. Während der Finanzkrise 2008 stieg er auf 47 Prozent, 2019 auf 60 Prozent. Im Jahr 2023 hatten bereits 84 Prozent der Befragten eine zunehmende soziale Ungleichheit erwartet.Der wissenschaftliche Leiter des Instituts, Zukunftsforscher Horst Opaschowski, sieht darin ein Warnsignal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die soziale Kluft wird zum Gefährdungsfaktor für die Demokratie“, sagte Opaschowski. Eine als ungerecht empfundene Verteilung von Wohlstand und Lebenschancen könne zu wachsender Unzufriedenheit und einem Vertrauensverlust in politische Institutionen führen.Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung laut Umfrage unter Geringverdienern. Unter Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 1499 Euro teilen 93 Prozent diese Ansicht. Von den befragten Frauen erwarten 90 Prozent eine größere Kluft zwischen Arm und Reich; bei Männern sind es 85 Prozent.Für die Erhebung wurden nach Angaben des Instituts vom 11. bis 18. Mai bundesweit 1000 Menschen ab 14 Jahren persönlich befragt. Die Umfrage ist nach Institutsangaben repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung in Privathaushalten. (KNA)