Tesla-Jäger zum Schnäppchenpreis: wie MG mit IM den Schweizer Markt aufmischen willMit der Limousine IM5 und dem SUV IM6 zielt MG unter einer neuen Elektromarke frontal auf Model 3 und Model Y. Doch sind tiefe Preise und Techniktricks genug, um Vertrauen in eine hierzulande völlig unbekannte Marke zu schaffen?08.06.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenIM5 (links) und IM6 treten in Europa als Alternative zu Tesla Model 3 und Model Y an.PDKaum hat man sich an eine chinesische Marke gewöhnt, kommt schon die nächste nach Europa. Im Fall von MG ist das nicht so schlimm, denn die Marke und ihr achteckiges Logo sind seit 1924 vielen Autointeressierten aus Grossbritannien bekannt, vor allem für kleine Sportflitzer. Sie ging 2006 ins Eigentum des chinesischen SAIC-Konzerns über, der unter dem etablierten Namen neue, vor allem elektrifizierte Modelle auch auf den europäischen Markt brachte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Doch jetzt verkauft MG auch Fahrzeuge mit dem Markennamen IM, was für Verwirrung sorgt. Hinter IM (Akronym für «Intelligence in Motion») steht ein Joint Venture des MG-Mutterhauses SAIC mit den weiteren chinesischen Firmen Alibaba und Zhangjiang Hi-Tech. Gedacht sei die Marke IM «für Geniesser und Menschen, die bewusst leben», sagt Nicole Sahlmann, Chefin von MG Schweiz.IM stellt sich als direkter Tesla-Konkurrent aufMit den IM-Fahrzeugen visiert der Schweizer Importeur gemäss Sahlmann Kunden an, die Lebensqualität besonders schätzen. Zwei batterieelektrische Modelle sind seit November 2025 im Verkauf: die Limousine IM5, die gezielt auf Kunden des Tesla Model 3 ausgerichtet ist, und das SUV IM6, das bei der Klientel des Tesla Model Y räubern soll.Der IM5 ist eine Spur länger als der Tesla Model 3, aber nicht minder leistungsfähig.PDDer IM6 bietet mit seinen 751 Allrad-PS viel Fahrzeug fürs Geld.PDTrotz ihrer unterschiedlichen Karosserieform teilen sich die beiden IM-Modelle dieselbe Fahrzeugbasis mit Elektronik und Antriebskomponenten. Die Limousine ist in drei Leistungsvarianten mit Heck- oder Allradantrieb erhältlich, das SUV nur mit der grossen 100-kWh-Batterie.Zum Technikpaket gehören eine optionale Luftfederung und eine Schallschutz-Doppelverglasung. Der hochwertig gestaltete Innenraum ist bei beiden Modellen fast identisch. Dazu gehört auch ein Cockpit mit hochaufgelöstem Bildschirm als Kombiinstrument und Infotainmentsystem sowie einem 10,5 Zoll grossen Touchscreen im Zentrum des Armaturenträgers.Die Modelle sind bereits einige Jahre altEin Indiz dafür, dass die beiden IM-Modelle schon seit drei Jahren auf dem chinesischen Markt angeboten werden, ist das weitgehende Fehlen von haptischen Knöpfen. Ähnlich wie bei Tesla müssen die einzelnen Bedienfunktionen auf dem Bildschirm erkannt und aktiviert werden. Als Komfortmerkmale gibt es eine drahtlose Handyladefläche mit Kühlung sowie ein Kühlfach unter der Mittelarmlehne.Der Innenraum ist deutlich hochwertiger und luxuriöser gestaltet als die Tesla-Konkurrenz.PDBei den Topmodellen sind je zwei E-Motoren eingebaut, die gut 750 PS leisten. Damit lassen sich die IM-Modelle mit ihren rund 2,5 Tonnen Leergewicht angemessen bewegen. Für hohe Kurvenstabilität sorgt eine Allradlenkung, die von Continental entwickelt wurde. Sie ermöglicht an der Hinterachse Lenkeinschläge von bis zu sechs Grad. Für mehr Variabilität beim Manövrieren sorgt ein «Crab Mode» (Krebsgang), bei dem das Fahrzeug in langsamer Diagonalfahrt bewegt werden kann. Das ist interessant, aber eine Spielerei.Beide IM-Modelle zeichnen sich auf der Probefahrt durch hohen Fahrkomfort und bequeme Sitze aus. Die Lärmdämmung – bei Elektroautos aufgrund fehlenden Motorklangs essenziell – erweist sich als ausgezeichnet, es herrscht grosse Stille im Innern. Diese lässt sich dank hochwertiger Musikanlage mit zwanzig Lautsprechern beseitigen.Wählt man den Sportmodus, ist das Fahrwerk bei IM5 und IM6 deutlich straffer abgestimmt, fühlt sich jedoch immer noch bequem an. Die Lenkung ist in allen Fahrprogrammen präzise und bietet viel Rückmeldung von der Fahrbahn.Das Einstiegsmodell des IM5 mit Hinterradantrieb und 408 PS kostet knapp 42 000 Franken.PDBeim IM6 ist die Luftfederung noch komfortabler als beim IM5.PDBesonders beeindruckend ist die enorme Beschleunigung der beiden IM-Fahrzeuge, bei der die hohe Motorleistung, ein maximales Drehmoment von gut 800 Nm aus dem Stand und der Allradantrieb harmonisch interagieren. Den Sprint von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde erledigen beide Stromer in weniger als 4 Sekunden. Da kann so mancher herkömmliche Sportwagen nicht mithalten.Beide IM-Fahrzeuge sind interessante Alternativen zu etablierten Konkurrenten von Tesla, Renault und VW. Die Preise beginnen in der Schweiz beim IM5 mit Heckantrieb und 408 PS bei 41 900 Franken, beim IM6 bei 49 900 Franken. Das fürs Gesamtpaket bescheidene Preisniveau begründet MG Schweiz mit einem Angebot ohne grosse Komplexität zwischen den Ausstattungen und Motorisierungen. Tiefe Preise sind im Bereich solcher Komfortautos aber auch ein gutes Mittel, um Autos einer gänzlich unbekannten Marke unter die Kunden zu bringen. Das Rezept aber verfolgt bereits eine ganze Reihe von Newcomern aus China.Die Testfahrt wurde durch MG unterstützt.Passend zum Artikel
Tesla-Jäger aus China: MGs IM5 und IM6 zum Angriff auf Model 3 und Model Y
Mit der Limousine IM5 und dem SUV IM6 zielt MG unter einer neuen Elektromarke frontal auf Model 3 und Model Y. Doch sind tiefe Preise und Techniktricks genug, um Vertrauen in eine hierzulande völlig unbekannte Marke zu schaffen?










