Der Neonazi Stefan Hartung hat die Oberbürgermeisterwahl im sächsischen Aue-Bad Schlema verloren. Das gab die Stadt bekannt. Hartung habe in der Stichwahl 4499 Stimmen bekommen, CDU-Kandidaten Marcus Hoffmann 5007 Stimmen. Insgesamt waren mehr als 15.000 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgerufen gewesen.
Die 19.000-Einwohner-Gemeinde im Erzgebirge hätte beinahe das erste Mal seit Ende des Dritten Reiches einen Rechtsextremen zum Stadtoberhaupt gewählt. Hartung gehört zu den »Freien Sachsen«, einer Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Davor war der 37-Jährige jahrelang Funktionär der NPD – heute »Die Heimat«. Im ersten Wahlgang am 10. Mai hatte Hartung noch vorne gelegen. Bei damals fünf Bewerbern verfehlte er jedoch mit 29 Prozent die erforderliche absolute Mehrheit.
Wahlgewinner Hoffmann arbeitet bisher im Bauamt der Stadt. Der 41-Jährige ist nach eigenen Angaben verheiratet und hat zwei Kinder. »Mein Herzensanliegen ist, dass die Menschen das Potenzial in der Stadt sehen«, hatte er im Wahlkampf betont. Die »Freien Sachsen« werden als verfassungsfeindlich eingestuft. Ihre Aktivitäten richteten sich gegen den Bestand des Bundes, schreibt der Verfassungsschutz. So strebe die Partei mehr Autonomie für Sachsen an – notfalls auch einen »Säxit«, in Anlehnung an den Brexit genannten Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU. Sachsen wird dabei nicht nur in den heutigen Grenzen verstanden, sondern in denen des einstigen Königreichs.










