„Wie viele Arten?“ So lautet die meistgestellte Frage nach einer ornithologischen Exkursion. Am vergangenen Sonnabend saßen wir nach einer von mir geführten Vogelstimmenwanderung noch zum Frühstück beieinander. Als wir bilanzieren konnten, dass wir in der Summe 52 Vogelarten festgestellt hatten, war die Begeisterung groß. Eine so stattliche Zahl verschiedener Vögel innerhalb von zweieinhalb Stunden zu hören und zu sehen, spricht für eine reichhaltige Landschaft und für eine vitale Natur.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs trat diese Zahl bald in den Hintergrund. Was die Beteiligten wirklich bewegt hat, war mehr: Zunächst die herrliche Morgenfrische eines anbrechenden Frühlingstages, die man so nur erlebt, wenn man früh um fünf zu einer Wanderung aufbricht. Die Klarheit der Vogelstimmen, die im Morgennebel besonders rein erscheint. Und natürlich waren die Raritäten des Tages, wie Schwarzstorch, Pirol und Nachtigall, ein besonderes Thema.

Oder unsere Begeisterung über die Vögel, denen wir aus bemerkenswerter Nähe eine Weile zuhören konnten, wie Waldlaubsänger, Goldammer und Turteltaube. Schließlich kamen wir auch darauf zu sprechen, was fehlt: Wo in den Wäldern die Fichten abgestorben sind, gibt es keine Tannenmeisen mehr und auch keine Goldhähnchen. Im Dorf gibt es kaum noch Schwalben, und die Feldsperlinge fehlen ganz. Was mögen die Ursachen dafür sein?