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Eberhard Görner, Jahrgang 1944, ist einer der Erfinder der bis heute erfolgreichen TV-Serie „Polizeiruf 110“ und hat bis 1990 vierzig Sendungen mitentwickelt. Daneben war er Regisseur und Autor von international bekannten Filmen wie „Nikolaikirche“. In diesen Tagen wird der „Polizeiruf 110“ 55 Jahre alt. Eine Gelegenheit zum Rückblick:
Herr Görner, zwei runde Geburtstage. 55 Jahre „Polizeiruf 110“, 80 Jahre Defa: Was verbinden Sie heute mit beiden?Ich war 26 Jahre alt, als mir das DDR-Fernsehen, für das ich schon ein Jahr als freier Dramaturgie-Assistent tätig war, anbot, die Reihe Polizeiruf 110, zusammen mit dem Dramaturgen Hans-Jürgen Faschina, aufzubauen. Dieses Angebot war verbunden mit einer Festanstellung als Dramaturg. Die erste Sendung lag dramaturgisch noch in den Händen von Hans Jürgen Faschina, welcher zum Chefdramaturgen ernannt wurde. Meine erste eigenständige dramaturgische Entwicklung war der Film „Der Tote im Fließ“, in der Regie von Helmut Krätzig, gesendet am 4. Juni 1972 – das war wie ein Ritterschlag. Aber dass daraus 40 erfolgreiche Filme von mir als Dramaturg und Autor für die Reihe „Polizeiruf 110“ entstehen würden, wäre mir im Juni 1972 nicht mal im Traum eingefallen. Und noch weniger, dass es einmal die DDR nicht mehr geben wird, aber die Serie für das wiedervereinigte Deutschland nach zur TV-Brücke funktioniert. Der Film „Unter Brüdern“ aus der Reihe, mit Peter Borgelt und Götz George, eine Co-Produktion von ARD/ORF/SRG, gesendet am 28. Oktober 1990, lässt schon im Titel vermuten, dass es mit der deutsch-deutschen Verwandtschaft nicht leicht wird!







