Andreas Prokop hat sich einen Tisch im Café Einstein Unter den Linden gesucht, Telefon und Block neben der Tasse. Das Telefon klingelt oft. Es ist früher Nachmittag in Berlin-Mitte und Prokop ist an diesem Tag ein vielbeschäftigter Mann: Er kommt aus dem Roten Rathaus, Senatskanzlei – und muss gleich weiter, ein paar hundert Meter zur Französischen Botschaft am Pariser Platz. Zwischen den beiden Terminen liegt endlich Zeit für einen Kaffee – und für anderthalb Stunden Gespräch.
Prokop ist die treibende Kraft der ostdeutschen Bewerbung um den Grand Départ der Tour de France – den Auftakt des Radrennens, das nicht irgendein Radrennen ist, sondern das Radrennen. Fans nennen es einfach nur „die Tour“. Prokop will, dass die größte Radrundfahrt der Welt 2029 in Ostdeutschland beginnt – mit Berlin als Prolog-Stadt und den ersten drei Etappen durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die Tour ist eines der größten Sportereignisse überhaupt: jeden Sommer rund zwölf Millionen Zuschauer an den Straßen, Übertragung in mehr als 190 Länder. Wer diesen Auftakt ausrichtet, kann für seine Region und seine Kultur werben wie sonst kaum.
Wie aus Kopenhagen eine Mission wurde
Den Anstoß gaben zwei Bilder, die um die Welt gingen. „Schon der Grand Départ 2022 in Kopenhagen war beeindruckend – die Bilder, die Begeisterung, die Wirkung auf ein ganzes Land“, sagte Prokop im Gespräch mit der OAZ. Beobachter sprachen später vom „Tour-de-France-Fieber“ Dänemarks. Doch den entscheidenden Ausschlag habe Florenz gegeben – der Grand Départ 2024 in der Toskana. „Das haben wir gesehen, und aus einer Idee ist eine konkrete Initiative geworden.“












