Israel greift erneut Vororte von Beirut anIsrael hat Ziele in den südlichen Vorstädten von Beirut angegriffen, die von der Hizbullah beherrscht werden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab an, diese seien eine Reaktion auf Beschuss der von Iran gelenkten Schiitenmiliz auf den Norden Israels. Laut israelischen Angaben wurden unter anderem Kommandozentralen getroffen. In ersten Berichten war von einem Drohnenangriff und Raketenbeschuss die Rede. Bilder örtlicher Journalisten zeigen ein halb eingestürztes Gebäude. Eigentlich soll Israel nach dem Willen der USA Angriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt unterlassen, um eine Eskalation im Konflikt mit der Hizbullah zu vermeiden und die laufenden Waffenstillstandsverhandlungen mit dem iranischen Regime nicht zu erschweren. Washington vermittelt in direkten Gesprächen zwischen der israelischen und der libanesischen Regierung. Amerikanische Regierungsvertreter haben allerdings zu erkennen gegeben, dass die USA Angriffe auf Beirut billigen, sollte die Hizbullah den Norden Israels angreifen. In der libanesischen Presse wurden die unausgesprochenen Spielregeln des Waffengangs mit den Worten „der Norden Israels gegen den Süden Beiruts“ beschrieben. Im Süden Libanons gehen die Kämpfe trotz eines nominellen, von Präsident Donald Trump ausgerufenen Waffenstillstands weiter. Tote bei Anschlägen in Israel Bei mutmaßlichen Anschlägen in Zentralisrael ⁠sind ein 35 Jahre alter Mann getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden. Ein Polizeisprecher teilte am Sonntag mit, dass der mutmaßliche Schütze, ein israelischer Araber aus der nahegelegenen Stadt ‌Tajibe, ebenfalls getötet wurde. Bei ihm wurde eine Schusswaffe sichergestellt. Israelische Medien berichteten zudem, dass auch ein zweiter Verdächtiger tot sei. Bei dem 35 Jahre alten Todesopfer handelt es sich ‌laut lokalen Medien um ‌einen israelischen Staatsbürger. Die israelische Polizei stuft die Vorfälle, die sich in der Nähe des besetzten Westjordanlandes ereigneten, als mutmaßlichen Terroranschlag ein.Der israelische Rettungsdienst bestätigte, dass der Mann an den Folgen seiner ​Schussverletzungen verstarb. Die Tat wird als Angriff ⁠aus einem fahrenden Auto heraus beschrieben. Die fünf weiteren Verletzten wurden an drei verschiedenen, nahegelegenen Orten gefunden; ​zwei von ihnen befinden sich in einem ernsten Zustand.Die Tatorte liegen in der Nähe der palästinensischen ⁠Stadt Kalkilja im Westjordanland. ‌Die militante Palästinensergruppe Hamas lobte den Anschlag, bekannte sich jedoch nicht offiziell dazu. Als Reaktion auf die Angriffe entsandte das israelische Militär Soldaten an einen der Tatorte sowie in eine ⁠nahegelegene israelische Siedlung ⁠im Westjordanland.Habeck wirft israelischen Siedlern „Terrorismus“ vor Der Grünen-Politiker und frühere Vizekanzler Robert Habeck hat das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gazastreifen scharf kritisiert. Israel sei zwar bedroht, das rechtfertige aber nicht, dass die Siedlerinnen und Siedler im Westjordanland mit „brutaler Gewalt“ versuchen würden, die Palästinenserinnen und Palästinenser aus dem Land zu drängen. „Das ist im Grunde Terrorismus, den die Siedler da vornehmen“, sagte Habeck am Samstagabend in einem Podcast der „Zeit“.Habeck betonte, dass er einen sicheren Staat für jüdisches Leben aus der deutschen Geschichte heraus für zwingend erforderlich halte. Auch für den Überfall der radikalen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel gebe es keine Rechtfertigung. Habeck kritisierte aber zugleich das Vorgehen der israelischen Regierung gegen die palästinensische Bevölkerung.Man müsse das Unrecht, das die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Gazastreifen und im Westjordanland begehe, klar benennen, forderte der Grünen-Politiker. Durch das „brutale Vorgehen“ der israelischen Streitkräfte nach dem Hamas-Angriff sei die Sicherheit Israels nicht gestärkt worden. Vielmehr sei auf palästinensischer Seite dadurch viel Zorn entstanden. Fabian DrahmouneUS-Militär: Zwei iranische Drohnen abgeschossenDas US-Militär hat nach eigenen Angaben im Bereich der Straße von Hormus zwei iranische Kampfdrohnen abgeschossen. Diese hätten eine Bedrohung für die internationale Schifffahrt in der Meerenge dargestellt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) in der Nacht auf der Plattform X mit. US-Truppen seien weiterhin bereit, iranische Aggressionen abzuwehren.Bereits am Samstagmorgen war es rund um den Persischen Golf trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe und laufender Verhandlungen für ein Kriegsende abermals zu gegenseitigen Angriffen gekommen. Lena SpilgerPakistans Innenminister als Vermittler in TeheranPakistans Innenminister Mohsin Naqvi ist nach erneuten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran nach Teheran gereist. Geplant seien hochrangige Treffen mit iranischen Regierungsbeamten. Das will die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus pakistanischen Sicherheits- und Diplomatenkreisen erfahren haben. Ziel sei es, den Dialog zwischen dem Iran und den USA zu fördern.Der iranische Staatssender Irib berichtete nach der Ankunft Naqvis am Samstagabend (Ortszeit) in Teheran, es seien Treffen mit Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi geplant. Laut dem Sender soll Naqvi Anweisungen zu den indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA haben, die er der iranischen Führung übermitteln werde. Zudem ist der libanesische Armeechef Rodolphe Haykal zu einem Besuch in Pakistan aufgebrochen. Er reise auf Einladung seines pakistanischen Kollegen Asim Munir, teilte das libanesische Militär am Samstag mit. Der Besuch steht im Zusammenhang mit Pakistans Vermittlerrolle zur Beendigung des Iran-Kriegs, wie die Nachrichtenagentur AFP aus einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle erfahren haben will. Der Libanon spiele „eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen“. Munir ist der pakistanische Chefvermittler in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Israel: Untersuchen Angriff auf libanesische SoldatenDas israelische Militär erklärt ​zu dem Angriff auf libanesische Soldaten, der Vorfall werde geprüft. Das Militär habe in Südlibanon ein Fahrzeug angegriffen, weil es für eine Bedrohung für die eigenen Truppen gehalten ⁠worden sei. Einer ersten Untersuchung zufolge hätten sich zwei Offiziere und ein Soldat der libanesischen Armee in dem Wagen befunden. Es habe zuvor Hinweise gegeben, dass die Hizbullah-Miliz aus demselben Gebiet auf israelische Soldaten feuern wolle.Bahrain und Kuwait verurteilen iranische Angriffe Die Golfstaaten Bahrain und Kuwait haben die iranischen Angriffe auf ihre Staatsgebiete scharf verurteilt. Es handle sich um eine „eklatante“ Verletzung der Souveränität beider Länder, berichtete die Staatsagentur BNA unter Berufung auf das bahrainische Außenministerium. Iran müsse seine „ungerechtfertigten“ Angriffe einstellen, hieß es weiter. Bahrain werde keine Kompromisse beim Schutz seiner Souveränität, Sicherheit und Bevölkerung eingehen.Das Außenministerium in Kuwait teilte mit, die „wiederholten, abscheulichen“ iranischen Angriffe seien „unter keinem Vorwand zu rechtfertigen“. Die Angriffe stellten eine „offenkundige Aggression“ dar, die internationale Forderungen nach einem Ende solcher Handlungen ignoriere und die Sicherheit der Bevölkerung sowie die Stabilität der Region gefährde. Israel ruft Bewohner in Südlibanon zur Evakuierung auf Die israelische Armee hat alle Einwohner von fünf Ortschaften und Dörfern in Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf der Plattform X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Jeder, der sich in der Nähe von Hizbullah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.Der Armeesprecher begründete den Evakuierungsbefehl mit Verstößen der Hizbullah gegen die Waffenruhe. Die israelische Armee hatte vor den Evakuierungsbefehlen über mehrere Drohnenangriffe der Hizbullah auf Nordisrael sowie israelische Soldaten in Südlibanon berichtet. Palästinensisches Gesundheitsministerium: Baby nach israelischem Armeeeinsatz gestorbenEin sieben Monate altes palästinensisches Baby ist laut palästinensischen Angaben nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug im Westjordanland gestorben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, Soldaten hätten südlich von Hebron das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet. Das Baby sei später in einem Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Die Eltern wurden demnach mittelschwer verletzt. Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin hatten Soldaten während ihres Einsatzes den Eindruck, ein Fahrzeug rase mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu. Ein Soldat habe daraufhin mehrere Schüsse abgegeben. Drei Palästinenser seien verletzt und medizinisch versorgt worden. Ersten Ermittlungen zufolge seien die Palästinenser unbeteiligte Zivilisten gewesen. Die Umstände des Vorfalls würden untersucht. Die Armee erklärte, sie bedauere zutiefst jeglichen Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt werde.Libanon: Mehrere Soldaten bei israelischem Angriff getötetBei einem israelischen Angriff in Südlibanon wurden nach Angaben der libanesischen Armee mehrere ihrer Soldaten getötet, darunter ⁠ein Offizier. Ziel des Angriffs auf der Straße zwischen Khardali und Nabatieh war demnach ein Militärfahrzeug. Die libanesischen Streitkräfte halten sich traditionell aus den Kämpfen zwischen der Hizbullah-Miliz und Israel heraus.Sabrina FrangosIran weist Vorwurf der Instrumentalisierung Libanons zurückDer iranische Außenminister Abbas Aragtschi weist Äußerungen des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück, ⁠wonach Teheran Libanon als Verhandlungsmasse nutzt. Aoun wirft Iran vor, das Land in seinen Verhandlungen mit den USA als Druckmittel einzusetzen, wofür die libanesische Bevölkerung den Preis zahle. „Wäre Libanon eine Verhandlungsmasse für Iran, hätten wir schon längst ein Abkommen“, schreibt Aragtschi auf der Plattform X. „Retten Sie Libanon vor Ihrem wahren Feind, Herr Präsident.“ Sabrina FrangosIran droht mit vollständiger Schließung der Straße von HormusDie iranische ⁠Revolutionsgarde droht mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte. Die USA würden für die Folgen verantwortlich gemacht, sollten ihre „Machenschaften“ andauern, heißt ‌es in einer Erklärung. Das US-Militär weist indessen iranische Angaben zurück, wonach das Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine in Bahrain beschädigt worden sei.Sabrina FrangosTrump: Iran verfügt noch über 21 bis 22 Prozent seiner RaketenLaut US-Präsident Donald Trump verfügt ‌der ‌Iran immer noch über „einige Raketen und Drohnen“. In einem ​Interview mit dem ⁠US-Sender NBC News sagt Trump: „Sie haben ​wahrscheinlich noch 21 bis ⁠22 Prozent ihrer ‌Raketen. Das sind eine Menge Raketen, aber ⁠es ist nicht ⁠mehr das, was ⁠es ​war, als ⁠wir zum ersten ​Mal angegriffen haben.“Mehr ladenTickarooLive Blog Software