Nach seinem Rekordlauf grinste Owen Ansah breit und zuckte mit den Schultern. »Ich wollte es unbedingt auf die Bahn bringen«, sagte er nach seinen 9,98 Sekunden über 100 Meter und ergänzte voller Genugtuung: »Ich wollte zeigen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin.«Dabei war »der schnellste Deutsche aller Zeiten«, so der Titel einer ZDF-Doku über Ansah, bei guten Rückenwind-Bedingungen von 0,8 Metern pro Sekunde keineswegs volles Risiko gegangen, beteuerte der 25-Jährige: »Ich wollte es schon in Dresden zeigen, da war ich ein bisschen zu schnell aus den Startblöcken, deswegen habe ich mir heute ein bisschen Zeit gelassen.«

Beim Goldenen Oval am 31. Mai in der sächsischen Landeshauptstadt war ihm noch sein Ehrgeiz zum Verhängnis geworden, nach einem Fehlstart war Schluss. Berufsrisiko eines Zeitenjägers eben. Die Form aber war gut zwei Monate vor der Leichtathletik-EM in Birmingham, die von 10. bis 16. August stattfinden wird, wohl schon da. In Regensburg wurde daraus Gewissheit.Chancen auch bei der EMBeim Zieleinlauf – da zeigte die Uhr zunächst noch 9,99 Sekunden – schlug er mit der Faust auf seine Brust, vor dem Monitor mit der nach unten korrigierten 9,98 posierte er dann liegend mit erhobenem Daumen für die Kameras.