„116 Milliarden Euro mehr.“ So viel könnten die Deutschen, glaubt man Markus Söder, zusätzlich erwirtschaften. Als Gast in der WDR-Live-Sendung „Arena“, moderiert von Jessy Wellmer und Louis Klamroth, machte er es Ende April ganz einfach: Mit einer Stunde mehr Arbeit pro Woche wäre das zu schaffen. „Das wären rund zwölf Minuten pro Arbeitstag.“ Söder hatte das Anfang des Jahres schon vorgeschlagen und sich dabei auf eine Berechnung des Ökonomen Holger Schäfer bezogen. In der „Arena“ wiederholte er diesen Vorschlag. Was das Publikum der Live-Sendung nicht wissen konnte: Söder hatte nur bedingt recht. Einen breiten Konsens für diese Zahlen gibt es nicht, sie beruhten auf einer „vereinfachenden Annahme, die reale Arbeitsmärkte, Nachfrage, Produktivität, Gesundheit und Verteilungseffekte weitgehend ausklammert“. Das schreibt der WDR in seinem Faktencheck nach der Sendung. Andere Ökonomen befürchteten gar, dass eine Stunde Mehrarbeit pro Woche dazu führen könnte, „dass weniger Menschen die gleiche Arbeit schultern müssten“, heißt es weiter.