Bei einem Schusswaffenvorfall im US-Bundesstaat Ohio sind bei einem Festival zwölf Menschen angeschossen worden. Zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr, sagte ein Polizeivertreter in der Stadt Toledo vor Journalisten. Laut Vize-Polizeichef Heffernan sieht es derzeit so aus, als seien mindestens zwei Schützen beteiligt gewesen, die „wahrscheinlich aufeinander geschossen haben“. Sein Kollege Dan Gerken zeigte sich schockiert vom Ausmaß der Gewalt. Er sagte, das Durchschnittsalter der Opfer liege bei etwa Anfang 20 Jahren. Zunächst wurde demnach kein Verdächtiger festgenommen, die Fahndung läuft. Am Abend durchkämmten die Behörden das Gebiet auf der Suche nach Verdächtigen, befragten Zeugen und werteten Handyvideos aus. Die Bevölkerung riefen sie auf, sich mit Hinweisen zu melden. Gouverneur: Festival sollte sicherer Ort für Familien sein Das Festival in Toledo sei seit vielen Jahren ein beliebtes Event. Zum Tatzeitpunkt am späten Samstagnachmittag seien dort Hunderte Gäste gewesen, erklärte die Polizei. Für die Sicherheit des „Old West End Festivals“ seien auch zusätzliche Beamte im Einsatz gewesen. Die beliebte Veranstaltung mit Live-Musik und Straßenfesten findet jedes Jahr in einem historischen Stadtviertel von Toledo statt. Toledo im Nordwesten von Ohio liegt am Ufer des Eriesees und zählt rund 260.000 Einwohner.Gouverneur Mike DeWine zeigte sich angesichts des „sinnlosen Verbrechens“ erschüttert. „Sommerfestivals sollten sichere Orte sein, an denen Familien Zeit miteinander verbringen können, ohne Gewalt fürchten zu müssen.“ Er sei zuversichtlich, dass die Polizei die Verdächtigen fassen werde, schrieb er auf der Plattform X. In den USA kommt es immer wieder zu aufsehenerregenden Fällen von Waffengewalt – etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtklubs oder bei großen Veranstaltungen. Schusswaffen sind in den USA leicht erhältlich, teils auch halb automatische Waffen. Trotz großen Entsetzens nach besonders schlimmen Vorfällen mit vielen Toten scheitern Bemühungen, die Waffengesetze zu verschärfen, seit Jahren immer wieder. (dpa/AFP)