Als Paul Bressel zum ersten Mal einen FDP-Landesparteitag besucht, glaubt er zunächst an ein Missverständnis. Der gelernte Tischler und gebürtige Schweriner, aufgewachsen bei einer alleinerziehenden Mutter, sitzt plötzlich zwischen „Funktionären, Beamten und Nachwuchspolitikern“, die aus seiner Sicht „völlig beliebig“ wirken. Trotzdem wird er Parteimitglied und Jahre später bundesweit bekannt, weil er fordert, die Brandmauer zur AfD einzureißen. Monate später verlässt er seine Partei, die er heute für „politisch tot“ hält.
Jetzt kandidiert Bressel als Spitzenkandidat der neu gegründeten Bewegung Team Freiheit bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und spricht im Interview mit dieser Zeitung über seine von „Starrheit“ geprägte Kindheit und Jugend, darüber, warum er wegen seiner Israel-Position unter Polizeischutz gestellt wurde, und weshalb er eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausschließt.
Herr Bressel, Sie sind in Schwerin aufgewachsen, von Beruf gelernter Tischler und treten bei der bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern als Spitzenkandidat für das neu gegründete Team Freiheit an. Zunächst ein Schritt zurück: Wann und warum haben Sie sich erstmals dazu entschieden, in eine Partei einzutreten?Eigentlich bin ich ein vollkommen unpolitischer Mensch. 2019 bin ich trotzdem in die FDP eingetreten, blieb aber erst einmal im Hintergrund. Die Corona-Pandemie hat mich dann so richtig politisiert. Damals fing ich an, politische Entscheidungen zu hinterfragen, weil ich die Corona-Politik und die Maßnahmen nicht verstanden habe. Es hat für mich einfach keinen Sinn gemacht. Außerdem war ich damals überzeugt, in der FDP auf Menschen zu treffen, die ähnlich denken wie ich: wirtschaftsliberal und freiheitsorientiert. Ein Irrtum, wie ich schnell feststellen musste.









