PfadnavigationHomeSportFußballWMNationalmannschaftWas nach dem Karl-Schock hinter den Kulissen passierteStand: 12:34 UhrLesedauer: 3 MinutenBitterer Rückschlag für die DFB-Elf – Bayern-Talent Lennart Karl fällt mit Muskelbündelriss für die WM aus. Assan Ouédraogo rückt nach. Auch Manuel Neuer ist weiter verletzt. WELT-Reporter Christian Beilfuß berichtet.Statt sich auf die WM-Generalprobe heute Abend vorzubereiten, ist Lennart Karl auf dem Weg in die Heimat. Er verpasst verletzungsbedingt die WM. Wie sich der 18-Jährige vom Team verabschiedete und weitere Details.Es ist extrem bitter. Für ihn, für die gesamte Mannschaft, für die deutschen Fans. Shootingstar Lennart Karl fällt für die Fußball-WM aus – ein Muskelbündelriss macht alles zunichte. Ausgerechnet Karl, der erst 18 Jahre alte Bayern-Profi, der erfrischenden Gute-Laune-Fußball versprochen hatte. Auch innerhalb des DFB-Teams löste die Verletzung große Bestürzung aus. „Bild“ nennt nun Details hinter dem WM-Aus. So flossen nach der Verletzung bei dem jungen Bayern-Star noch auf dem Platz die Tränen. Vizekapitän Antonio Rüdiger begleitete den völlig geknickten Karl vom Platz in die Kabine. Weil das Team zuvor in Grüppchen trainiert hatte, bekamen die Verletzung nicht alle Spieler sofort mit. Karl ahnte aber schon früh, dass es sich um etwas Schlimmeres handelte. Nach dem Abschlusstraining vor der WM-Generalprobe (Samstag, 20.30 Uhr/RTL, Live-Ticker bei welt.de) gegen Gastgeber USA wurde er sofort zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.Lesen Sie auchIm Chicagoer Teamhotel „Waldorf Astoria“ wurde es am Abend erneut emotional. Die gesamte Mannschaft versammelte sich, um Karl zu trösten und ihn vorzeitig zu verabschieden. Bundestrainer Julian Nagelsmann hielt eine Ansprache. Darin betonte er sichtlich mitgenommen, wie bitter das Aus sei – zumal der Youngster seinen WM-Stammplatz bereits so gut wie sicher hatte. Anschließend richtete Nagelsmann nach „Bild“-Informationen eine persönliche Botschaft an Karl. Das einzig Positive sei, „dass du noch so jung bist, dass du noch viele Weltmeisterschaften vor dir hast.“Mannschaftssitzung mit Karl: „Das war herzzerreißend“Dann fasste sich auch Karl selbst ein Herz und sprach zur Mannschaft, bekam angeblich aber kaum ein Wort heraus. In der Runde war es mehrfach mucksmäuschenstill. Noch am selben Abend wurde der 18-Jährige schließlich zum Flughafen gebracht. Den rund achtstündigen Rückflug nach Deutschland wollte er allein antreten, verzichtete auf eine Begleitung. Zu Hause wird nun seine Reha beginnen.Lesen Sie auchAuf einer Veranstaltung von DFB-Partner Volkswagen fand später auch Präsident Bernd Neuendorf mitfühlende Worte. „Wir waren heute mit dem deutschen Botschafter hier in den USA. Auf der Rückfahrt guckt man dann in die neuesten Nachrichten, und dann kam die Meldung von Lennart. Zunächst hat man noch ein bisschen Hoffnung, aber das hat sich dann schnell zerschlagen“, sagte er und ergänzte über die Mannschaftsbesprechung: „Das war herzzerreißend. Lennart war extrem traurig, es sind ein paar Tränen geflossen. Er hat seine Familie informiert und ist dann direkt zum Flughafen. Wir haben Lenny noch mal ein bisschen Mut zugesprochen und Genesungswünsche mitgegeben.“Max Eberl: „Er hat noch viele große Turniere vor sich“Auch Max Eberl äußerte sich zum Aus seines Bayern-Stars. Der Sportvorstand der Münchner in einer Mitteilung: „So ein kurzfristiges Verpassen einer WM tut natürlich extrem weh, und die Nachricht war für den ganzen FC Bayern ein Schock – aber es ändert nichts daran, wie viel Talent, Leidenschaft und Zukunft in Lenny stecken. Er hatte sich diese WM durch seine überragende erste Profisaison mehr als verdient.“ Und weiter: „Lenny wird beim FC Bayern alle Unterstützung bekommen, um bald wieder auf dem Platz stehen zu können – und wir alle wissen, dass er noch viele große Turniere vor sich hat. Er selbst blickt schon wieder nach vorne und sagt, er wird stärker zurückkommen. Das gefällt mir an ihm, und das ist der Spirit, den es in solchen Momenten braucht.“Lesen Sie auchDas Karl-Aus für die WM reißt eine riesige Baustelle innerhalb der Nationalmannschaft auf. Nagelsmann hätte aller Voraussicht nach den Mut gehabt, WM-Neuling Karl in eine Offensivreihe mit Jamal Musiala und Florian Wirtz zu stellen. Beim 4:0 gegen Finnland war der 18-Jährige vor wenigen Tagen in Mainz erstmals in der Startelf aufgelaufen – und zog mit Spielwitz und Tempo auf dem rechten Flügel endgültig an Leroy Sané vorbei. dw