Stand: 06.06.2026 • 11:04 Uhr

Vor drei Jahren wurde in der Ukraine der Kachowka-Staudamm gesprengt. Wo früher ein Stausee war, ist überraschend schnell ein Wald gewachsen. Doch die Folgen, die zahlreiche Wissenschaftler erforschen, sind dramatisch.

Der Kachowka-Staudamm in der südlichen Ukraine war einer der größten in Europa. Vor genau drei Jahren wurde er gesprengt - nach Recherchen unabhängiger Journalisten mutmaßlich durch Russland. Moskau gibt bis heute der Ukraine die Schuld.

Der Stausee bei Kachowka war 240 Kilometer lang und an manchen Stellen über 20 Kilometer breit. Über 18 Milliarden Kubikmeter Wasser setzten sich nach der Sprengung in Bewegung - die Folgen konnte man damals nur erahnen.

"Da, wo der Stausee war, wachsen jetzt sieben Meter hohe Bäume", erzählt der ukrainische Biologe Oleksij Wasyljuk, Mitarbeiter am Institut für Zoologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften. "Wenn uns das damals jemand gesagt hätte, dass so ein riesiges Objekt innerhalb so kurzer Zeit völlig mit Wald bedeckt sein würde, hätten wir geantwortet: So etwas gibt es nicht. Aber es zeigte sich: Das geht."