Familienleben ist oft ein filigranes Gebilde. Damit morgens alle pünktlich aus dem Haus kommen und es rechtzeitig zu Unterricht und Arbeit schaffen, müssen Alltagsaufgaben möglichst nahtlos ineinander übergehen: Aufstehen, Anziehen, Frühstück machen, Pausenbrote schmieren, Tisch decken, Tisch aufräumen, Spülmaschine leer und wieder vollmachen und so weiter.
In der Regel klappt das, solange alle mitmachen und gesund sind. Fällt ein Elternteil allerdings aus, gerät der mühsam organisierte Alltag ins Wanken. Hat sich beispielsweise der Vater das Bein gebrochen, muss die Mutter Frühstück, Bring- und Abholzeiten allein managen. Liegt ein Kind mit Hand-Fuß-Mund auf dem Sofa, muss ein Elternteil zu Hause bleiben. Hat einer einen neuen Job mit viel Verantwortung, ist plötzlich der andere für die ganze Sorgearbeit zuständig. Was für Alleinerziehende normal ist, kann Paare schwer belasten.
Wenn das Kind Fieber hat, können Eltern sich in Deutschland Krankentage nehmen und diese partnerschaftlich aufteilen – auch wenn Mütter in der Praxis dann deutlich häufiger zu Hause bleiben als Väter. Anders sieht es aus, wenn ein Elternteil sich verletzt oder erkrankt – und längerfristig ausfällt. In so einem Fall muss das andere Elternteil sich nicht nur um Haushalt und Kinder kümmern, sondern eventuell auch Arbeitszeit reduzieren.







