Bruno, mein alter Freund, sagt, ihn verfolge seit einer geraumen Weile die Vorstellung einer vollständig zum Erliegen gekommenen Welt. In dieser Fantasie lebten die Menschen allein in ihren Wohnungen, arbeiteten im Heimbüro, verpflegten sich mithilfe von Drohnen, die ihnen surrend alles Nötige ins Haus trügen, und hefteten in jeder zur Verfügung stehenden Minute ihre Blicke auf Smartphones, die ihnen Bilder von einer Welt zeigten, die sie nie mehr betreten würden. Draußen auf den Straßen gebe es nur noch diese Botendrohnen, die flach über von Unkraut und kleinen Birken aufgebrochenen Asphalt flögen, dazu Spiondrohnen, die stumpfe Blicke in Wohnungsfenster richteten, hinter denen kleine Bildschirme leuchteten. Niemand wisse mehr, wie es sei, an einem Fluss zu stehen oder am Meer, keiner habe eine Ahnung, wie sich die Haut eines anderen Menschen anfühle, und das Gefühl eines starken Windes in den Haaren sei unbekannt.
Fortpflanzung, was war das nochmal?
Dass Smartphones für viel Unheil verantwortlich sind, weiß unser Kolumnist schon lange. Aber auch fürs Aussterben der Menschheit? Wirklich?






