120 Kilometer Gleis will die Deutsche Bahn tauschen, mehr als 90 Kilometer die Oberleitung erneuern, acht Stationen modernisieren und bei Osterhofen den moorigen Untergrund verfestigen, und das alles sechs Monate lang: Mit der Korridorsanierung der Strecke von Obertraubling nach Passau startet am 14. Juni das nächste große Bauprojekt auf Bayerns Schienen. Parallel läuft noch bis in den Juli hinein die Sanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg. Für Reisende bedeutet das Fahrplanänderungen, Zugausfälle und Ersatzbusse – teils auch in anderen Ecken des Freistaats. Ein Überblick, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.OstbayernDie Korridorsanierung der Strecke Obertraubling–Passau ist von 14. Juni bis 12. Dezember terminiert. Aber: Anders als bei ähnlichen Projekten zuvor sperrt die Infrastrukturtocher der Deutschen Bahn, die DB Infrago, nicht alles ganz am Stück. Stattdessen gelten drei Bauphasen mit jeweils anderen Ersatzfahrplänen. Die erste dauert bis 10. Juli. Vereinfacht wird in dieser Zeit der Knoten Plattling komplett gesperrt, auch für alle anderen Zulaufstrecken. Regionalbahnen starten und enden also in Straubing, Landau, Deggendorf. Für Züge von und nach Österreich ist in Passau Schluss.Wenn die erste Bauphase endet, startet die zweite. Von 10. Juli bis 20. September fallen die Züge dann auch zwischen Regensburg und Straubing aus sowie gen Geiselhöring und Bogen. Dafür pendeln laut einer Informationsseite der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) wieder Züge zwischen Deggendorf und Plattling und an Wochenenden auch zwischen Landau und Plattling. Die dritte und letzte Phase geht dann von 20. September bis 12. Dezember. Während der bestehen viele Einschränkungen weiter, der RE 3 soll aber wieder stündlich zwischen München und Plattling fahren.Generell gilt: Die Linienführung der Ersatzbusse kann deutlich von der der Züge abweichen. Und: Längere Fahrtzeiten ließen sich „in den meisten Fällen nicht vermeiden“, heißt es bei der BEG. Im Fernverkehr entfallen einer DB-Übersicht zufolge die Direktverbindungen zwischen Regensburg, Passau und Wels in Österreich.Franken und die OberpfalzDie neue Korridorsanierung überlappt sich zeitlich mit der alten: Schon seit Anfang Februar ist die Strecke Nürnberg–Regensburg gesperrt. Am 10. Juli will die DB Infrago sie wieder freigeben. Dafür tritt dann – siehe oben – südlich von Regensburg auf den Gleisen zwischen Obertraubling und Passau Bauphase zwei der dortigen Sanierung in Kraft.Unabhängig davon gibt es weiterhin Einschränkungen zwischen Hers­bruck rechts der Pegnitz und der Stadt Pegnitz. Im September 2025 wurden die Gleise im Pegnitztal über Nacht gesperrt, weil technische Überprüfungen Schäden an 18 Brücken offenbart hatten. Inzwischen fahren auf dem Abschnitt Neuhaus–Pegnitz wieder Züge, auf der restlichen Strecke aber frühestens zum Ende der Som­mer­fe­ri­en. Bis Ende Oktober sind außerdem Bauarbeiten auf der Strecke Hof–Weiden–Regensburg–Marktredwitz–Pegnitz angekündigt; daraus folgen laut einer DB-Übersicht Reisezeitverlängerungen, geänderte Fahrtzeiten, Zugausfälle und Ersatzverkehr. Auch auf der Strecke Hof–Schwandorf kommt es demnach erst mal weiter zu „Beeinträchtigungen durch Langsamfahrstellen“. Und für die Nürnberger S-Bahnlinie 4 gilt von und bis Ansbach noch bis Anfang Juli ein Baustellenfahrplan.Oberbayern und SchwabenWährend der Sanierungen werden Fern- und Güterzüge umgeleitet. Das zieht wiederum Fahrplanänderungen auf anderen Strecken nach sich. Zum Beispiel können zwischen München und Nürnberg die ICE-, RJ- und EC-Züge bis zu 15 Minuten länger unterwegs sein – aus Gründen der „Geschwindigkeitsharmonisierung“, wie die DB vermerkt. Zwischen Augsburg und Friedberg wird laut BEG das Angebot bei der RB 13 ausgedünnt. Und die Bayerische Regiobahn meldet unter anderem, dass zwischen Traunstein und München beim RE 5 die Verstärker in der Hauptverkehrszeit entfallen werden, für sie fahren teilweise Busse.Neue Einschränkungen sind spätestens von 7. Februar 2027 an zu erwarten, wenn auf der Strecke Rosenheim–Salzburg die nächste Korridorsanierung startet. Diese ist momentan bis 9. Juli 2027 vorgesehen. 2028 soll dann die Strecke Rosenheim–München folgen, zumindest zum Teil: Diese Sanierung will die Deutsche Bahn in zwei Bauphasen aufteilen, die zweite soll erst 2031 starten. Der Verband der Güterbahnen weist allerdings darauf hin, dass bei der Bundesnetzagentur ein Beschwerdeverfahren gegen die DB Infrago laufe. Er sieht Vollsperrungen kritisch, „weil es im ausgedünnten bayerischen Schienennetz keine geeigneten Umleitungsstrecken“ gebe. Ebenfalls für Korridorsanierungen vorgemerkt, aber noch nicht näher geplant, sind in Bayern die Strecken Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen, Würzburg–Nürnberg und Ulm–Augsburg.