Angriffe auf Geldautomaten gehen stark zurück – nur jeder dritte Angriff ist erfolgreichDer Bundesrat gibt Entwarnung. Dank Sicherheitsmassnahmen und internationaler Zusammenarbeit werden in der Schweiz weniger Bancomaten gesprengt.05.06.2026, 17.03 Uhr2 LeseminutenEin Bancomat nach der Sprengung.Laurent Merlet / KeystoneDie Zahl der Angriffe auf Geldautomaten in der Schweiz ist deutlich gesunken. Wie der Bundesrat am Freitag mitgeteilt hat, wurden im vergangenen Jahr noch 24 Geldautomaten attackiert. Das sind halb so viele wie 2024 und entspricht dem tiefsten Wert seit 2019. Die Erfolgsquote für Angreifer liegt bei rund 30 Prozent.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ab 2019 hatte die Zahl von Automatensprengungen in der Schweiz ein paar Jahre lang stark zugenommen. Die Täter – oft gut organisierte Banden aus dem Ausland – operieren meist in kleinen Gruppen von zwei bis vier Personen. Im Gegensatz zu früheren Jahren rammten sie Geldautomaten nicht mehr mit einem Fahrzeug oder rissen sie mit einem Seil aus der Verankerung, sondern sprengten sie.Nach mehreren Sprengungen und einer Serie von brutalen Überfällen auf Geldtransporter wurde die Politik aktiv. In der Westschweiz setzte die Waadtländer Regierung durch, dass Geldtransporter künftig auch in der Nacht unterwegs sein dürfen, und im Bundeshaus doppelte der Waadtländer FDP-Nationalrat Jacques Nicolet Feller mit einem Vorstoss nach. Gleichzeitig führten die Banken verschiedene Sicherheitsmassnahmen ein: Alte Bancomaten wurden durch neuere Modelle mit Einfärbesystemen ersetzt, Standorte mit Rollläden oder Metallplatten gesichert und Selbstbedienungszonen nachts geschlossen.Auch die Behörden reagierten. Das Fedpol organisiert seit 2023 regelmässige Runde Tische mit Banken, Betreibern und Polizeibehörden. Gleichzeitig wurde vermehrt grenzüberschreitend ermittelt. Da die mutmasslichen Täter häufig aus dem Ausland anreisen, arbeiten die Schweizer Behörden eng mit Partnern in Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden zusammen.Zwischen 2023 und April 2026 wurden laut dem Bund rund drei Dutzend Personen festgenommen, die mit Geldautomatensprengungen in der Schweiz in Verbindung stehen sollen. Im April nahmen niederländische Behörden neun mutmassliche Täter fest. Ermittlungen der letzten Jahre hatten gezeigt, dass niederländische Banden für mehr als die Hälfte der Sprengstoffangriffe verantwortlich sind. Seit rund 15 Jahren sprengen sie Geldautomaten in halb Europa.Angesichts der positiven Entwicklung sieht der Bundesrat derzeit keinen Grund für zusätzliche gesetzliche Vorschriften. Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Behörden und Finanzinstituten habe sich bewährt und solle fortgeführt werden.Passend zum Artikel