In den sozialen Netzwerken postet man keine KI-manipulierten Fotos von Freunden, ohne zu fragen. Vielleicht geht ein Bild im Anime-Stil, aber auch hier gehört sich die Nachfrage. Getty Images Ein Freund hat ein Foto von mir auf Instagram gepostet, das er vorher mit einem KI-Tool bearbeitet hat – im Grunde einfach nur aufgehellt, es sah hinterher besser aus. Trotzdem stört es mich, dass er mich nicht gefragt hat. Bin ich zu empfindlich? – Johanna T., BaselLiebe Johanna, das elfte Gebot haben wir uns ja mittlerweile hinter die Ohren gemeisselt: Du sollst nicht ungefragt deines Nächsten Abbild in den sozialen Netzwerken posten. Die Bilder auch noch digital zu verändern – unabhängig davon, dass das Ergebnis «besser» geworden ist –, ist allerdings ein neues Level. Natürlich ist es im Einzelfall nicht tragisch, ob die Kontraste etwas schärfer sind oder das Wetter ein bisschen besser ist.Die Grenze, was schöner oder unauffälliger ist, ist rein subjektiv. Heute ist es das Wetter, morgen sind die Beine zu kurz. Zumal der Satz «Ich hab’s doch nur zu deinem Besten getan» die kleine Schwester von «Stell dich nicht so an» ist. Ich finde: Wir können auch einfach mal aushalten, wenn die Realität nicht aussieht wie in einem Travel-Blog.Ihre Fragen senden Sie bitte an: hatdasstil@nzz.ch Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.