PfadnavigationHomeRegionalesHamburgOstsee-PlattformFür 60.000 Euro ersteigert – Was aus dieser DDR-Insel vor Rügen nun werden sollStand: 10:47 UhrLesedauer: 3 MinutenDie ehemalige Militärstation Ostervilm im Greifswalder BoddenQuelle: Philip Dulian/dpaDie frühere DDR-Entmagnetisierungsstation südöstlich von Rügen wurde jetzt bei einer Auktion versteigert. Der neue Besitzer, ein österreichischer Anbieter von modularen Fertighäusern, hat ganz konkrete Ideen für die Nutzung.Die marode Ostsee-Plattform „Ostervilm“ zählt wohl zu den ungewöhnlichsten Immobilien Deutschlands. Nun wurde die frühere DDR-Entmagnetisierungsstation südöstlich von Rügen bei einer Auktion in Hamburg versteigert. Nach 20 Geboten fiel der Hammer bei 60.000 Euro. Das Mindestgebot lag bei 39.000 Euro. Den Zuschlag erhielt das österreichische Unternehmen McCube, das auf modulare Fertighäuser spezialisiert ist.Lesen Sie auchDer Chef des Unternehmens, Oliver Pesendorfer, sagte, er könne sich vorstellen, die zwischen der Halbinsel Reddevitz und der Insel Vilm im Greifswalder Bodden liegende künstliche Insel als Kultur- und Veranstaltungsort zu nutzen. Auch die Ausrichtung von Hochzeiten auf der 250 Quadratmeter großen Plattform sei möglich. Ursprünglich errichtet worden war die Anlage in den 1950er-Jahren für die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR.Trotz ihres maroden Zustands hatte die außergewöhnliche Immobilie vor der Auktion große mediale Aufmerksamkeit erregt – und der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG entsprechend Arbeit gemacht. „Wir haben täglich Telefonate aus ganz Deutschland geführt – mit Dutzenden, wahrscheinlich sogar mehreren Hundert Interessierten, die neugierig waren“, sagte Vorstand Kai Rocholl.Lesen Sie auchEigentlich wollte Pesendorfer die Insel allein ersteigern, hatte sich dann nach eigenen Angaben aber mit einem weiteren Bieter zusammengetan. Beide hätten sich erst kurz vor der Auktion kennengelernt und spontan darauf verständigt, gemeinsam für die Insel zu bieten.Die Soldaten hausten in bescheidenen VerhältnissenEiner, der die Insel gut kennt, ist Burkhard Lenz. Er ist in Putbus auf Rügen aufgewachsen und jahrzehntelang auf Fahrgastschiffen gefahren. Seine Touren führen auch um die ehemalige Militärstation herum. Lenz kannte nach eigenen Angaben viele Soldaten der Volksmarine, die zu DDR-Zeiten auf der geheimen Insel gearbeitet haben.Mit vielen Matrosen habe er in Putbus zusammen Fußball gespielt, berichtet Lenz. „Deshalb war der Kontakt eigentlich ziemlich eng, wie mit jedem anderen Bewohner hier in Lauterbach.“ Am Tag sei immer mindestens eine graue Barkasse vom Hafen in Lauterbach zur Insel herübergefahren, erinnert sich Lenz. Entweder blieben die Soldaten für ein paar Tage dort, oder sie fuhren nur hin, „wenn extrem viele Schiffe zum Entmagnetisieren kamen“, sagt er.Lesen Sie auchGehaust haben die Soldaten in bescheidenen Verhältnissen. „Na ja, da gab es nicht viel“, sagt Lenz, der Mitte der 1990er Jahre mit einem Freund die Insel vermessen hat. „Man hatte keine 220 Volt, es gab auch kein Trinkwasser auf der Insel. Das wurde immer mit Tanks da rübergebracht.“ Es habe etwas zum Kochen gegeben, auch ein Radio habe er noch vorgefunden. „Ansonsten war das spartanisch.“ Die Einrichtung sei auch nicht für einen längeren Aufenthalt gedacht gewesen. Meist fuhren die Soldaten abends wieder zum Festland zurück, wenn sie nicht über mehrere Tage im Einsatz waren, wie Lenz sagt.dfe, dpa