Fortschritt oder Witznummer? Das war die erste Frage, die mir einfiel, als ich zum ersten Mal einen Gastronomieroboter sah. Er reichte mir bis fast an die Brust, war oben etwas abgerundet und surrte elektrisch und lautlos durch die weitläufigen Räume eines Berliner Ausflugslokals am Wasser. Wir saßen da und aßen Spargel und genossen die Sonne über der Havel.Und wir beobachteten schon mal ein wenig die Zukunft: Dieser fahrende Roboter konnte tatsächlich gleichzeitig ein Dutzend Teller transportieren. Immerhin dreimal so viel wie die Kellnerinnen. Waren wir also beim Anfang vom Ende des menschlichen Service in der Gastronomie dabei? Sahen wir den Beginn der Herrschaft der Maschinen?
Kolumne
Berlin macht sich manchmal das Leben selbst schwer – auch bei den besten Ideen
Das blau-weiße Ding fuhr durch den Gastraum und stoppte sofort, wenn jemand den Weg kreuzte. Er wartete geduldig, ohne zu murren. Er gab auch einen nicht allzu lauten Warnton von sich. Niemand sollte sich erschrecken. In seiner halbhohen Knubbeligkeit erinnerte er an den piependen Roboter R2-D2 aus den Star-Wars-Filmen.
Wir fragten die Kellnerin, ob sie Angst um ihren Job hat. Sie schüttelte den Kopf: „Icke? Nee“, sagte sie im typischen Berliner Plauderton. Der Chef habe kein neues Personal gefunden und in seiner Not dann Geld in den fahrenden „Teller-Kellner“ investiert. Die Maschine sei wirklich hilfreich, um vom Gastraum in die Küche zu fahren. „Aber ansonsten: strohdumm“, sagte sie. „Der kann ja nur hin- und herfahren. Mit Tellern beladen, muss icke das Ding immer noch selbst.“








