Magdeburg liegt nicht am Rand der Republik. Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts liegt mitten in Deutschland. Von Berlin aus ist es näher nach Magdeburg als nach Hamburg, München, Warschau oder Prag. Trotzdem bleibt ein regulärer ICE im Tagesverkehr für Magdeburg vorerst wohl Wunschdenken.

Dabei hatte Friedrich Merz kurz vor der Bundestagswahl im MDR noch über bessere Verkehrsverbindungen „aus dem Osten nach Warschau“ und „aus dem Osten nach Prag“ gesprochen. Die künftige Bundesregierung solle Ost-West-Verbindungen nicht nur vom Westen her denken, hieß es von der CDU. Warschau und Prag stünden beispielhaft für Städte, „die wir als sehr wichtig ansehen – auch im Hinblick auf künftige politische Beziehungen“, sagte der damalige Kanzlerkandidat. Für Magdeburg gilt diese Perspektive offenbar nicht.

Sachsen-Anhalt geschlossen für ICE

Dabei ist sich Sachsen-Anhalt einig: Die Parteien fordern quer durch das politische Spektrum eine ICE-Anbindung Magdeburgs. Die Grünen beantworteten die Frage nach einem ICE im Tagesverkehr in Versalien: „JA.“ Die SPD nennt den fehlenden Anschluss ein „Trauerspiel, das endlich beendet gehört“. Die CDU hält eine reguläre ICE-Anbindung für „unabdingbar“. Die Linke spricht von einem Anschluss, der „dringend notwendig und längst überfällig“ sei. Die FDP setzt sich nach eigenen Angaben „seit geraumer Zeit“ für eine bessere Anbindung Magdeburgs und des Landes an den Schienenfernverkehr ein. Das BSW unterstützt grundsätzlich eine bessere ICE-Anbindung von Großstädten und Landeshauptstädten.