Die polnische Tennisspielerin Maja Chwalinska hat ihren sensationellen Erfolgslauf bei den French Open fortgesetzt und mit dem Finaleinzug einen Meilenstein gesetzt. Die Vierundzwanzigjährige gewann gegen die Russin Diana Schnaider am Donnerstag 7:6 (7:4), 6:4 und erreichte als zweite Qualifikantin überhaupt ein Grand-Slam-Finale.„Es ist wie ein Traum. Ich weiß nicht, was gerade vor sich geht“, sagte Chwalinska, die von den Fans mit lauten „Maja“-Sprechchören gefeiert wurde: „Ich versuche, ruhig zu bleiben. Aber in mir tobt ein Sturm.“Auf den Spuren von Emma RaducanuIn Paris könnte Chwalinska, die in der kommenden Weltrangliste von Platz 114 mindestens auf Platz 21 klettert, nun in die Fußstapfen der Britin Emma Raducanu treten. Ihr gelang bei den US Open 2021 als erster Qualifikantin der Finaleinzug, Raducanu gewann damals sogar den Titel.Dafür muss die Weltranglisten-114. Chwalinska im Finale am Samstag aber die klare Favoritin Mirra Andrejewa schlagen. Die 19 Jahre alte Russin hatte kurz zuvor das brisante Halbfinale gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk mit 6:1, 6:3 gewonnen und ebenfalls erstmals in ihrer Karriere das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht.Für die Weltranglistenachte war es der 35. Sieg in diesem Jahr, keine Spielerin auf der Tour hat mehr. Auch mit ihrer Bilanz von 21:3 auf Sand liegt Andrejewa, die vor zwei Jahren im Halbfinale von Paris an der Italienerin Jasmine Paolini gescheitert war, vorne.„Ich bin da, um Tennis zu spielen“Für Marta Kostjuk endete derweil ihre zuvor perfekte Sandplatz-Saison, im 17. Spiel des Jahres kassierte sie ihre erste Niederlage. Mit einem Erfolg gegen Andrejewa hätte Kostjuk als erste ukrainische Spielerin überhaupt ein Grand-Slam-Finale erreicht.Auf dem Halbfinale hatte ein besonderer Fokus gelegen, hatte Kostjuk im Verlauf des Turniers immer wieder auf emotionale Art und Weise über die dramatischen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf ihre Heimat aufmerksam gemacht. Trotz der brisanten Konstellation wollte sie dem Aufeinandertreffen mit Andrejewa aber keine besondere Bedeutung verleihen.Ihr sei es „normalerweise völlig egal, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Ich bin da, um Tennis zu spielen und meinen Job zu machen“, hatte Kostjuk betont. Und daran werde sich für sie „am Donnerstag nichts ändern“.Bei windigen Bedingungen in Paris war es Andrejewa, die an ihren unglaublichen Viertelfinalsieg nach 56 Minuten gegen die Rumänin Sorana Cirstea nahtlos anknüpfte. Während Kostjuk sehr nervös wirkte, zog die junge Russin ihr Spiel gnadenlos durch. Nach nur etwas mehr als einer halben Stunde schnappte sie sich Satz eins. In Durchgang zwei hielt Andrejewa dann den Druck hoch – Kostjuk wachte zu spät auf.