Wer in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land einen größeren grauen Vierbeiner mit buschigem Schwanz sieht, muss nicht unbedingt einen streunenden Hund vor Augen haben. Es kann durchaus auch ein einsamer Wolf sein, denn Wölfe sind hier nicht mehr das, was man selten nennt.

Nach aktuellen Zahlen des Wolfsmonitorings (Stand Herbst 2025) leben in MV 28 Wolfsrudel, fünf Paare und ein Einzelwolf. Schätzungen gehen von rund 200 Wölfen aus. Die Rudel leben im gesamten Land verteilt, aber besonders dicht ist ihr Vorkommen im südlichen MV an der Grenze zu Brandenburg.

Minister war gegen neues Bundesjagdgesetz zum Wolf

Am 3. Juni hat nun der Schweriner Landtag einer Änderung des Landesjagdgesetzes zugestimmt, um „schadstiftende Wölfe rechtssicher und gerichtsfest“ jagen zu können. „Kernanliegen unserer Anstrengungen muss es sein, die Übergriffe auf Nutztierhaltungen zu minimieren. Dabei dürfen wir aber den erreichten günstigen Erhaltungszustand der Art Wolf nicht außer Acht lassen und leichtfertig aufs Spiel setzen“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Deshalb komme der Aufstellung und Einhaltung von Managementplänen für die Bejagung eine große Bedeutung zu.

Dieser Gesetzesänderung auf Landesebene war das Inkrafttreten des neuen Bundesjagdgesetzes im April vorausgegangen. Das erlaubt die Jagd auf den Wolf bei einem „günstigen Erhaltungszustand“ von Juli bis Oktober. Zuvor hatte Till Backhaus dem neuen Gesetz im Bundesrat jedoch nicht zugestimmt. Das neue Gesetz sei nicht geeignet, um wirksam gegen den Wolf vorzugehen, kritisierte er. Für den Abschuss gebe es einander widersprechende Regelungen im Bundesjagd- und im Bundesnaturschutzgesetz.