Die Anzahl antisemitischer Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist 2025 erneut angestiegen: In ihrem Jahresbericht verzeichnet die Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt 270 Vorfälle – ein gutes Drittel mehr als im Vorjahr (202). Die Ergebnisse wurden am Donnerstag vorgestellt. Die Gesamtzahl von 270 Vorfällen umfasst einen Fall extremer Gewalt mit schwerer Körperverletzung, zwei weitere physische Angriffe, 19 gezielte Sachbeschädigungen, vier Bedrohungen, 239 Fälle verletzenden Verhaltens und fünf Massenzuschriften.Im Schnitt wurden der Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt in Trägerschaft von OFEK e.V. damit fünf antisemitische Vorfälle pro Woche bekannt. Mehr als verdoppelt hat sich die Anzahl antisemitischer Vorfälle den Daten der Meldestelle zufolge mit direktem Bezug zum 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Kriegen in Gaza und im Libanon (111 gegenüber 52 im Vorjahr).Besonders sichtbar seien „Formen der Delegitimierung und Dämonisierung Israels“, die sich sowohl in digitalen als auch in analogen öffentlichen Räumen manifestierten. Dabei sei tatsächliches oder vermeintliches Handeln des Staates Israel wiederholt zum Anlass genommen worden, Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt anzufeinden, wie etwa bei einem Vorfall im August in Halle, als ein pöbelnder Mann neben rechtsextremen und rassistischen Sprüchen auch „Alle Juden betreiben Genozid“ gerufen habe, heißt es.Die Anzahl der dokumentierten Fälle israelbezogenen Antisemitismus hat sich RIAS zufolge 2025 fast verdoppelt (von 68 auf 122). Gleichzeitig ist in Sachsen-Anhalt RIAS zufolge weiterhin eine Verbreitung von Vorfällen zu beobachten, die die antisemitischen Massenverbrechen im Nationalsozialismus leugnen, verherrlichen oder die Erinnerung an die Opfer anfeinden.
Fünf antisemitische Vorfälle pro Woche: Erneuter Anstieg in Sachsen-Anhalt laut Meldestelle
Rias registrierte zahlreiche antisemitische Vorfälle auch im vergangenen Jahre – viele mit Bezug zum 7. Oktober 2023.










