PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTatverdächtige festgenommenNach Schüssen auf Sylter Barber-Shop – Haftbefehl gegen 15-Jährigen beantragtStand: 15:49 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Tatort ist mit einem Absperrband gesichertQuelle: picture alliance/dpa/Lea AlbertNeue Wendung nach Schüssen auf einen Barber-Shop in Westerland: Ein Jugendlicher steht im dringenden Verdacht, die Schüsse abgegeben zu haben. Die Ermittler sprechen von versuchtem Totschlag – weitere Hintergründe sind weiter unklar.Nach den Schüssen auf einen Barber-Shop in Westerland auf Sylt hat sich der Tatverdacht deutlich verdichtet: Ein 15-jähriger Jugendlicher soll nach aktuellem Stand der Ermittlungen der Schütze gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat deshalb einen Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags beantragt.Lesen Sie auchDer Vorfall hatte sich am Mittwochvormittag gegen 11 Uhr in der Strandstraße ereignet, einer der belebtesten Einkaufsstraßen der Nordseeinsel. Nach bisherigen Erkenntnissen gab ein Täter mehrere Schüsse mit einer scharfen Schusswaffe auf den Eingangsbereich eines Barbershops ab. Mindestens ein weiterer Schuss fiel demnach auf der Flucht auf offener Straße. Trotz reger Kundschaft im Geschäft wurde niemand verletzt.Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der am Bahnhof auf Sylt festgestellte Jugendliche mit aserbaidschanischer Staatsangehörigkeit die Schüsse abgegeben hat. Gegen ihn besteht aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein dringender Tatverdacht. Neben dem versuchten Totschlag wird auch wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.Parallel dazu bleibt die Rolle eines zweiten Tatverdächtigen mit türkischer Staatsangehörigkeit unklar. Dabei handelt es sich um einen Mann, bei dem im Zuge der Fahndung eine scharfe Handfeuerwaffe sichergestellt wurde. Inwiefern er an den Schüssen beteiligt gewesen ist, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.Lesen Sie auchUnmittelbar nach der Tat hatte die Polizei mit einem Großaufgebot reagiert. Die Strandstraße wurde abgesperrt, zahlreiche Einsatzkräfte durchkämmten die Umgebung, auch Bahnhöfe und abfahrende Züge wurden kontrolliert. Zeitweise wurde nach einer flüchtigen Person gefahndet. Am Ende konnten die Beamten beide Verdächtigen stellen.Einschussloch in der ScheibeAugenzeugen schildern die Situation als völlig ungewöhnlich für den Ferienort. Eine dpa-Reporterin beobachtete ein Einschussloch in der Scheibe des Geschäfts, die gesprungen war. Mitarbeiter wurden noch vor Ort von der Kriminalpolizei vernommen. Ein 20-jähriger Angehöriger des Geschäfts sagte, einer der Schüsse sei direkt in seine Richtung abgegeben worden. Er habe sich hinter den Tresen gerettet und in einen Nebenraum geflüchtet. Verletzt wurde jedoch niemand.Lesen Sie auchEin weiterer Polizeieinsatz in Westerland, bei dem eine möglicherweise verletzte Person in einem Wohnhaus vermutet wurde, brachte kein Ergebnis. Die überprüften Personen waren unverletzt und standen nicht im Zusammenhang mit der Tat.Zu Motiv und Hintergrund äußern sich Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht. Die Ermittlungen stehen nach Angaben der Behörden noch am Anfang. Auch die konkrete Tatbeteiligung des zweiten Verdächtigen ist weiter offen. Für beide Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.dfe