Die Obduktion des Walkadavers, der vor der dänischen Insel Anholt angespült worden war, soll am Donnerstagnachmittag zwischen 16 und 17 Uhr beginnen. Eine kleine Gruppe von Tierärzten und Meeresbiologen will bei der etwa sechsstündigen Untersuchung mitunter DNA-Proben entnehmen, teilte Jane Hansen von der dänischen Umweltbehörde der F.A.Z. mit. So solle einerseits die Todesursache geklärt, aber auch Proben zu Forschungszwecken sichergestellt werden. Danach werde das Tier „auf angemessene Art“ von der Urlaubsinsel entfernt.Der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen skizzierte in einem Gespräch mit der F.A.Z. den Ablauf der Aktion. „Als Erstes wird der Wal kontrolliert punktiert“, sagte er. Wie ein Ballon werde das Tier mit einem Messer, das sich an einem langen Holzstiel befinde, quasi zum Platzen gebracht. So könnten Verletzungen durch umherfliegende Teile und Eingeweide vermieden werden.„Vom Maul über die Speiseröhre, dann der Magen und der Darm“Das Innere des Tiers ist voller Fäulnisgase, weil es mehr als zwei Wochen vor der Urlaubsinsel Anholt in seichtem Gewässer getrieben hatte. Aufgrund seiner Fettschicht können diese jedoch nicht von selbst entweichen. Der Wal blähte sich auf und drohte zu explodieren. Derzeit ist der Strand rund um den Buckelwal mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, wie auf mehreren Livestreams zu sehen ist.Schaulustige dürfen die Arbeiten zwar beobachten. Dabei müssen sie jedoch ausreichend Abstand halten. Schon zuvor hatte die dänische Umweltbehörde Einheimische und Badegäste dazu aufgerufen, sich dem Wal wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr nicht zu nähern.Sobald das Loch gesetzt ist, beginnt laut Madsen die eigentliche Obduktion. Dafür gebe es „ein umfangreiches Messprotokoll“. Sowohl die äußere Haut des Wals würde dabei untersucht als auch die Organe. Letztere müssten dafür entnommen werden: „Vom Maul über die Speiseröhre, dann der Magen und der Darm“, sagte Madsen. So ließe sich feststellen, welche Rolle Fangnetze oder Tauwerk beim Tod des Tiers spielten.Welche Folgen die „Rettungsaktion“ einer privaten Initiative am Ableben hatte, wird so womöglich klar. Das mindestens fünfmal gestrandete Tier wurde entgegen wissenschaftlichen Rats aus der Wismarer Bucht in einem Lastkahn durch die Nordsee geschleppt. Nach seiner Freisetzung im vielbefahrenen Kattegat am Nordzipfel Dänemarks verendete das Tier offenbar recht rasch.Ein am Wal angebrachter „Tracker“ ist derweil im Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Das Ortungsgerät sei aber noch nicht ausgelesen worden, „da es weiterhin Eigentum der Initiative ist“, sagte ein Ministeriumssprecher. Wie eine unabhängige Auswertung ablaufen soll, bei der die beteiligte Initiative selbst beteiligt ist, bleibt unklar.
Abstand halten: Buckelwal „Timmy“ wird am Donnerstag am Strand der Insel Anholt obduziert
Am Strand von Anholt wollen Wissenschaftler und Tierärzte die Todesursache des Tiers klären. Schaulustige sind dabei zwar erlaubt, doch müssen sie ausreichend Abstand halten.












