Nathalie Weidenfeld

Es ist wieder so weit. Die Rowling-Debatte wird wieder angeworfen. Diesmal anlässlich der bevorstehenden Erscheinung der „Harry Potter“-Serie Ende des Jahres durch HBO und Warner Brothers. Und wieder geht es darum, ob Rowling transfeindlich ist, man ihre Werke boykottieren müsse und es als Schauspieler moralisch ge- oder verboten ist, in der neuen Serie mitzuspielen.

Angesichts der vielen emotional aufgeheizten Debatten in Internetforen versucht die FAZ nun, die Debatte auf eine seriösere, sprich literaturwissenschaftliche Ebene zu heben. Auf einer ganzen Seite wird recht ausgewogen über Rowling berichtet, um allerdings dann zu dem ziemlich eindeutigen Ergebnis zu kommen, dass es „schwer möglich“ sei, die Debatte um die Erfinderin von der Rezeption des Werks zu trennen.

Die Autorin des Artikels kann sich argumentativ sicher fühlen, steht doch hinter ihr ein ganzes Bataillon literaturwissenschaftlicher Theorie, die sich „Rezeptionsästhetik“ nennt. Besonders in Deutschland haben Wissenschaftler dazu geforscht und es gibt wohl keinen Literaturstudenten, der nicht wenigstens einmal von Hans Robert Jauß oder zumindest Wolfgang Iser und seinem Konzept der „Leerstelle“ und des „impliziten Lesers“ gehört hätte.